Katze
Naturheilmittel
Hausmittel bei offenen Wunden
5 Min. Lesezeit
Die Katze kommt nach draußen und hat plötzlich eine offene Stelle am Körper – oder du entdeckst beim Streicheln eine Wunde, die du vorher nicht gesehen hast. In solchen Momenten fragt man sich sofort: Muss ich jetzt zum Tierarzt, oder kann ich das selbst versorgen?
Dies kommt immer auf die Wunde an.
Kleine, oberflächliche Wunden ohne starke Blutung kannst du zu Hause reinigen und beobachten. Dafür brauchst du keine speziellen Produkte – sterile Kochsalzlösung und eine saubere Kompresse reichen in den meisten Fällen aus. Tiefe Wunden, Bissverletzungen, stark blutende oder bereits eiternde Stellen sind dagegen nichts für die Selbstbehandlung. Die gehören zum Tierarzt, auch wenn sie von außen harmlos wirken.
In diesem Artikel erfährst du, welche Hausmittel bei Katzenwunden wirklich sicher sind, welche du unbedingt meiden solltest – und woran du erkennst, wann du nicht mehr warten darfst.
Bevor du irgendetwas an der Wunde machst, lohnt sich ein kurzer, ruhiger Blick. Nicht jede Verletzung braucht sofort den Tierarzt – aber manche dulden keinen Aufschub.
Schnell-Check vor der Behandlung
Heimversorgung möglich
Sofort zum Tierarzt
Im Zweifel: Lieber einmal zu oft beim Tierarzt anrufen als zu lange warten. Gerade Bisswunden sehen außen oft harmlos aus – und sind innen bereits tief infiziert.
Ein besonderer Hinweis zu Bisswunden: Was außen wie ein kleines Loch aussieht, kann innen tief ins Gewebe reichen. Katzen tragen außerdem Bakterien im Maul, die schnell zu ernsthaften Infektionen führen – oft schon nach wenigen Stunden. Bisswunden immer tierärztlich abklären lassen, auch wenn die Katze sich normal verhält.
Wenn du die Wunde zu Hause versorgen kannst, brauchst du keine Tierapotheke. Die wirksamsten Hausmittel sind meist die unspektakulärsten – und gerade deshalb die sichersten.
Sterile Kochsalzlösung (NaCl 0,9 %) ist das Mittel der Wahl, wenn du eine Katzenwunde zu Hause reinigen willst. Sie spült Schmutz, Bakterien und abgestorbenes Gewebe aus der Wunde, ohne das empfindliche Gewebe zu reizen oder den Heilungsprozess zu verlangsamen. Du bekommst sie in der Apotheke als Ampullen oder kleine Flaschen – praktisch, weil sie steril verpackt und immer griffbereit sind.
Einfach die Lösung sanft über die Wunde laufen lassen oder mit einer Einmalspritze (ohne Nadel) vorsichtig einspülen. Nicht rubbeln, nicht tupfen – nur spülen.
Wenn du keine Kochsalzlösung zur Hand hast, funktioniert frisch abgekochtes und vollständig abgekühltes Leitungswasser als Notlösung. Es ist zwar nicht steril, aber deutlich keimärmer als unbehandeltes Wasser. Wichtig: wirklich abkühlen lassen – warmes Wasser kann Bakterienwachstum fördern und tut der Wunde nicht gut.
Nach dem Spülen kannst du die Wunde vorsichtig mit einer sterilen Kompresse abtupfen. Kein Watte, kein normales Küchenpapier – beides hinterlässt Fasern in der Wunde, die Entzündungen begünstigen können. Sterile Kompressen aus der Apotheke sind günstig und gehören in jede Hausapotheke mit Katze.
Manuka-Honig ist tatsächlich ein Hausmittel mit wissenschaftlicher Grundlage. Er hat nachgewiesene antibakterielle Eigenschaften, wirkt osmotisch – zieht also Feuchtigkeit aus Bakterienzellen – und kann die Wundheilung fördern. In der Humanmedizin wird er sogar in speziellen Wundauflagen eingesetzt.
Für Katzenwunden gilt: Medizinischer Manuka-Honig (UMF 10+ oder MGO 260+) kann dünn auf eine saubere, oberflächliche Wunde aufgetragen werden. Normaler Supermarkt-Honig eignet sich dafür nicht – er ist weder steril noch hat er die nötigen Wirkeigenschaften.
Ein wichtiger Vorbehalt: Da Katzen zur Wundstelle lecken, besteht die Gefahr, dass sie den Honig aufnehmen. Kleine Mengen Manuka-Honig sind für Katzen nicht giftig, aber du solltest die Wunde nach dem Auftragen gut schützen und im Zweifel lieber auf Kochsalzlösung setzen.
Ringelblume (Calendula) hat ähnliche Eigenschaften wie Kamille: leicht entzündungshemmend, wundheilungsfördernd und gut verträglich. Eine reine Ringelblumensalbe ohne ätherische Öle und ohne Alkohol kann nach dem Reinigen dünn auf eine oberflächliche Wunde aufgetragen werden – als pflanzliche Alternative zu Bepanthen.
Achte beim Kauf darauf, dass die Salbe wirklich keine weiteren Wirkstoffe enthält. Viele Calendula-Produkte aus dem Drogeriemarkt sind für Menschen formuliert und enthalten Zusätze, die für Katzen problematisch sein können. Auch hier gilt: Leckschutz nicht vergessen.
Reines Aloe-Vera-Gel wirkt kühlend, feuchtigkeitsspendend und leicht antibakteriell. Auf eine saubere, oberflächliche Wunde aufgetragen kann es die Heilung unterstützen.
Der entscheidende Vorbehalt: Nur das reine Innengel der Pflanze oder ein zertifiziertes Produkt ohne Duftstoffe, Alkohol oder andere Zusätze verwenden. Das gelbliche Latex direkt unter der Schale der Aloe-Pflanze ist für Katzen giftig und darf auf keinen Fall in Kontakt mit der Wunde oder dem Maul der Katze kommen. Fertige Aloe-Vera-Gele aus dem Handel enthalten außerdem oft Konservierungsstoffe – im Zweifel lieber weglassen.
Kamillentee wird häufig als Hausmittel für Wunden empfohlen – und Kamille hat tatsächlich leicht entzündungshemmende und antibakterielle Eigenschaften. Für eine kleine, oberflächliche Wunde kann abgekühlter, frisch aufgebrühter Kamillentee als ergänzende Spülung verwendet werden.
Aber: Kamillentee ist kein Ersatz für Kochsalzlösung. Er ist nicht steril, die Konzentration der Wirkstoffe variiert stark, und bei empfindlichen Katzen kann er gelegentlich Hautreizungen auslösen. Wenn du ihn verwenden willst, dann nur als zusätzliche Spülung bei wirklich kleinen, sauberen Wunden – und niemals bei bereits entzündeten oder eiternden Stellen.
Betaisodona (Wirkstoff: Povidon-Iod) ist ein bewährtes Desinfektionsmittel, das auch bei Katzen eingesetzt werden kann – aber nur in stark verdünnter Form. Unverdünnt reizt es das Gewebe, verlangsamt die Wundheilung und kann die Haut schädigen.
Die richtige Verdünnung: 1 Teil Betaisodona auf 10 Teile Wasser – die Lösung sollte dabei eine hellgelbe Farbe haben, ähnlich wie schwacher Schwarztee. Wenn sie dunkelbraun ist, ist sie zu konzentriert.
Betaisodona eignet sich zur einmaligen Desinfektion einer frischen, sauberen Wunde. Für die regelmäßige Wundpflege über mehrere Tage ist es nicht geeignet – es hemmt dann eher die Heilung als sie zu fördern. Und: Bei Katzen mit Schilddrüsenproblemen solltest du jodhaltigen Mitteln generell aus dem Weg gehen und lieber den Tierarzt fragen.
Octenisept ist ein Antiseptikum auf Basis von Octenidin, das in der Tiermedizin zunehmend empfohlen wird. Es wirkt breit gegen Bakterien, Pilze und Viren, ist gewebeverträglicher als Betaisodona und muss nicht verdünnt werden.
Für die Anwendung bei Katzenwunden: dünn auf die Wunde auftragen oder sanft einspülen, kurz einwirken lassen, dann mit Kochsalzlösung nachspülen. Octenisept ist nicht für tiefe Wundhöhlen oder Wunden mit schlechter Durchblutung geeignet – dort kann es zu Gewebeschäden kommen. Bei oberflächlichen Wunden ist es aber eine gute und sichere Wahl.
Bepanthen (Wirkstoff: Dexpanthenol) fördert die Hautregeneration und hält die Wunde feucht – beides unterstützt die Heilung. Bei bereits gesäuberten, nicht infizierten Wunden kann eine dünne Schicht Bepanthen Wund- und Heilsalbe sinnvoll sein.
Wichtig: Bepanthen desinfiziert nicht. Es gehört erst in die Wundversorgung, wenn die Wunde sauber ist. Und da Katzen dazu neigen, die behandelte Stelle abzulecken, solltest du danach für ausreichend Leckschutz sorgen – Dexpanthenol in kleinen Mengen ist zwar nicht stark giftig für Katzen, aber du willst die Salbe an der Wunde haben, nicht im Magen deiner Katze.
Geeignet · Bedingt geeignet · Nicht geeignet
| Mittel | Eignung | Hinweis |
|---|---|---|
| Sterile Kochsalzlösung | ✓ Geeignet | Beste Wahl – schonend, steril, jederzeit einsetzbar |
| Abgekochtes Wasser | ✓ Geeignet | Notlösung wenn nichts anderes verfügbar; vollständig abkühlen lassen |
| Sterile Kompressen | ✓ Geeignet | Zum Abtupfen – keine Watte oder Küchenpapier verwenden |
| Octenisept | ✓ Geeignet | Gewebeverträglich, unverdünnt verwendbar; danach mit NaCl nachspülen |
| Bepanthen | ✓ Geeignet | Nur auf saubere, nicht infizierte Wunden; Leckschutz erforderlich |
| Betaisodona | ~ Bedingt | Nur 1:10 verdünnt (hellgelb); nicht für Dauerpflege oder bei Schilddrüsenproblemen |
| Manuka-Honig | ~ Bedingt | Nur medizinischer Qualität (UMF 10+); Leckschutz zwingend nötig |
| Kamillentee | ~ Bedingt | Nur frisch aufgebrüht, abgekühlt; nicht bei entzündeten Wunden |
| Ringelblumensalbe | ~ Bedingt | Nur ohne ätherische Öle/Alkohol; Leckschutz nötig |
| Aloe Vera | ~ Bedingt | Nur reines Innengel ohne Zusätze; kein Latex, kein Fertigprodukt mit Konservierungsstoffen |
| Teebaumöl / äther. Öle | ✗ Nicht geeignet | Für Katzen hochgiftig – absolutes Tabu |
| Alkohol / Desinfektionsspray | ✗ Nicht geeignet | Zerstört Gewebe, verlangsamt Heilung, verursacht Schmerzen |
| Wasserstoffperoxid | ✗ Nicht geeignet | Schädigt Heilungszellen – in der modernen Wundversorgung überholt |
| Zinksalbe | ✗ Nicht geeignet | Zink ist für Katzen giftig, besonders beim Ablecken |
| Ibuprofen / Paracetamol / Aspirin | ✗ Nicht geeignet | Akut lebensbedrohlich für Katzen – unter keinen Umständen verwenden |
Wichtige Tipps zur Förderung der Wundheilung bei Katzen findest du in folgendem Video einer Tierärztin:
Wenn eine Wunde eitert, ist sie bereits infiziert. Das bedeutet: Hausmittel allein reichen in den meisten Fällen nicht mehr aus. Was du trotzdem tun kannst, bis du beim Tierarzt bist – die Wunde vorsichtig mit steriler Kochsalzlösung spülen, um Eiter und Krusten zu lösen. Nicht ausdrücken, nicht mit Alkohol oder Wasserstoffperoxid behandeln.
Eiternde Wunden brauchen in der Regel Antibiotika – die kann nur der Tierarzt verschreiben. Je länger du wartest, desto größer ist das Risiko, dass sich die Infektion ausbreitet oder ein Abszess entsteht.
Genauso wichtig wie die richtigen Hausmittel ist das Wissen darüber, was du auf keinen Fall verwenden solltest. Einige der bekanntesten Desinfektions- und Wundmittel aus dem menschlichen Haushalt sind für Katzen gefährlich – manche sogar lebensbedrohlich.
Teebaumöl ist für Katzen hochgiftig. Bereits kleine Mengen auf der Haut können zu Vergiftungserscheinungen führen: Speichelfluss, Zittern, Koordinationsprobleme, im schlimmsten Fall Leberschäden. Katzen können bestimmte Verbindungen in ätherischen Ölen nicht abbauen, weil ihnen ein wichtiges Leberenzym fehlt. Das gilt nicht nur für Teebaumöl, sondern für die meisten ätherischen Öle – Eukalyptus, Lavendel, Pfefferminze, Nelke. Alle haben an einer Katzenwunde nichts zu suchen.
Reiner Alkohol – egal ob Isopropanol, Ethanol oder Franzbranntwein – zerstört nicht nur Bakterien, sondern auch das Gewebe in und um die Wunde. Er verzögert die Heilung, verursacht starke Schmerzen und kann die Wunde tiefer schädigen als die ursprüngliche Verletzung. Finger weg, auch wenn es nach „gründlicher Desinfektion“ klingt.
Wasserstoffperoxid (H₂O₂) gilt als klassisches Wunddesinfektionsmittel – ist aber längst überholt. Es greift nicht nur Bakterien an, sondern zerstört auch körpereigene Zellen, die für die Wundheilung zuständig sind. Auf einer Katzenwunde angewendet, verlangsamt es die Heilung deutlich und kann das Gewebe nachhaltig schädigen. In der modernen Wundversorgung wird es deshalb nicht mehr empfohlen – weder beim Menschen noch beim Tier.
Reines Jod oder jodhaltiger Wundspiritus ist ähnlich problematisch wie Alkohol: stark gewebereizend, schmerzhaft und heilungshemmend bei direkter Anwendung. Jodsalben aus der Humanapotheke enthalten oft zusätzliche Wirkstoffe, die für Katzen nicht geeignet sind. Wenn du Jod verwenden willst, dann ausschließlich in Form von stark verdünntem Betaisodona – wie im vorherigen Abschnitt beschrieben.
Zinksalbe wird bei Menschen gerne zur Wundpflege eingesetzt – bei Katzen ist sie problematisch. Zink ist für Katzen giftig, besonders wenn es über die Wunde aufgenommen oder abgeleckt wird. Auch andere Wundcremes, Antiseptika oder Heilsalben aus der Humanmedizin solltest du nicht einfach übertragen: Was für Menschen unbedenklich ist, kann für Katzen eine ganz andere Wirkung haben.
Kein Ibuprofen, kein Aspirin, kein Paracetamol – nicht einmal in kleinen Dosen. Alle drei sind für Katzen akut giftig. Paracetamol ist dabei besonders gefährlich: Bereits eine einzige Tablette kann für eine Katze tödlich sein. Wenn deine Katze Schmerzen hat, ist das ein Grund, zum Tierarzt zu gehen – nicht ein Grund, ins Medikamentenschränkchen zu greifen.
Wenn du nach natürlichen Möglichkeiten zur Schmerzlinderung suchst, ist CBD Öl für Katzen ein Thema, das zunehmend diskutiert wird – mehr dazu erfährst du im Artikel CBD Öl für Katzen gegen Schmerzen.
Wenn du die Wunde eingeschätzt hast und sie für die Heimversorgung geeignet ist, gehst du am besten ruhig und strukturiert vor. Katzen reagieren empfindlich auf Stress – je ruhiger du bleibst, desto leichter wird auch deine Katze mitmachen.
Leg dir alles bereit, bevor du anfängst: sterile Kochsalzlösung, sterile Kompressen, eine Einmalspritze ohne Nadel zum Einspülen, saubere Einmalhandschuhe und – falls vorhanden – ein geeignetes Antiseptikum wie verdünntes Betaisodona oder Octenisept. So musst du während der Versorgung nicht suchen und kannst dich auf die Katze konzentrieren.
Bitte wenn möglich eine zweite Person um Hilfe. Eine ruhige, sichere Fixierung – zum Beispiel in ein Handtuch gewickelt – schützt euch beide und macht die Wundversorgung einfacher. Sprich dabei ruhig mit deiner Katze, vermeide hektische Bewegungen.
Wenn Fell in die Wunde ragt oder direkt daran klebt, kannst du es vorsichtig mit einer kleinen Schere kürzen – nie mit der Scherenspitze zur Wunde hin. Das verhindert, dass Haare in die Wunde gelangen und Entzündungen begünstigen. Rasieren ist nicht nötig.
Spüle die Wunde großzügig mit steriler Kochsalzlösung. Am besten mit einer Einmalspritze ohne Nadel – so kannst du die Lösung mit leichtem Druck einspülen und Schmutz, Bakterien und loses Gewebe herausspülen. Nicht reiben, nicht tupfen, nur spülen. Wiederhole das zwei- bis dreimal.
Bei einer frischen, sauberen Wunde kannst du nach dem Spülen einmalig mit verdünntem Betaisodona oder Octenisept desinfizieren. Dünn auftragen, kurz einwirken lassen, dann nochmals mit Kochsalzlösung nachspülen. Dieser Schritt ist bei sehr kleinen, oberflächlichen Schürfwunden nicht zwingend notwendig – Kochsalzlösung allein reicht dort oft aus.
Tupfe die Wunde anschließend vorsichtig mit einer sterilen Kompresse trocken – keine Watte, kein Küchenpapier. Wenn du eine wundheilungsfördernde Salbe verwenden möchtest (Bepanthen, Ringelblume), trägst du sie jetzt dünn auf. Danach Leckschutz anbringen – mehr dazu im nächsten Abschnitt.
Schau die Wunde mindestens einmal täglich an. Sie sollte sich innerhalb von zwei bis drei Tagen sichtbar verbessern: weniger Rötung, keine Schwellung, kein Ausfluss. Wenn das nicht der Fall ist – oder wenn sich der Zustand verschlechtert – ist es Zeit für den Tierarzt.
Katzen lecken instinktiv an Wunden – das ist ein natürlicher Reflex, der ursprünglich der groben Reinigung diente. Das Problem: In der Praxis richtet das Lecken mehr Schaden an als Nutzen. Der Speichel enthält Bakterien, die eine Wunde infizieren können. Außerdem hält dauerhaftes Lecken die Wunde feucht, reizt das Gewebe und verhindert, dass sich eine schützende Kruste bildet. Wunden, die regelmäßig aufgeleckt werden, heilen deutlich langsamer – oder gar nicht.
Ein Halskragen (Elizabethan Collar) ist die zuverlässigste Methode, um das Lecken zu unterbinden. Viele Katzen akzeptieren ihn nach einer kurzen Eingewöhnungsphase gut. Weiche Halskragen aus Stoff oder aufblasbare Modelle sind oft angenehmer als die klassischen Plastikversionen – und verhindern trotzdem, dass die Katze die Wunde erreicht. Für die Dauer der Wundheilung ist ein Halskragen bei hartnäckigen Leckern die beste Wahl.
Wenn die Wunde an Rumpf oder Rücken sitzt, kann ein spezieller Wundschutz-Body für Katzen eine gute Alternative sein. Er bedeckt die Wunde zuverlässig, schränkt die Bewegungsfreiheit weniger ein als ein Halskragen und wird von vielen Katzen besser toleriert. Achte darauf, dass der Body sauber und trocken bleibt und die Wunde trotzdem täglich kontrolliert werden kann.
Im Internet kursieren verschiedene Hausmittel, die Katzen vom Lecken abhalten sollen – zum Beispiel Zitronensaft oder Essig auf der Umgebung der Wunde. Davon ist abzuraten: Solche Mittel reizen die Wunde, können die Haut schädigen und sind für Katzen unangenehm bis schmerzhaft. Bitterspray, das speziell für Tiere entwickelt wurde, ist eine bessere Option – aber auch hier gilt: nie direkt auf die Wunde, nur auf die umgebende Haut oder den Verband.
Die ehrlichste Antwort auf die Frage nach Hausmitteln gegen das Lecken lautet: Ein passender Halskragen oder Body ist jeder Hausmittel-Lösung überlegen. Er kostet wenig, schützt zuverlässig und erspart deiner Katze unnötige Reizungen.
Eine Wunde, die sich entzündet, sieht man meist nicht sofort – oft vergehen ein bis zwei Tage, bevor die ersten Zeichen sichtbar werden. Deshalb ist die tägliche Kontrolle so wichtig, besonders in den ersten drei bis vier Tagen nach der Verletzung.
Die Haut rund um die Wunde ist gerötet, geschwollen oder fühlt sich warm an
Die Wunde nässt, bildet Krusten mit gelblichem oder grünlichem Belag oder riecht unangenehm
Es tritt Eiter aus – flüssig, cremig oder eingetrocknet
Deine Katze leckt intensiver als zuvor oder kratzt die Stelle immer wieder auf
Die Katze wirkt gedrückt, frisst weniger oder hat Fieber
Besonders bei Bisswunden kann sich eine Entzündung sehr schnell entwickeln und tief ins Gewebe ausbreiten, ohne dass von außen viel zu sehen ist. Was wie eine kleine, verheilende Wunde aussieht, kann unter der Haut bereits eitern – ein sogenannter Abszess. Wenn du also den Verdacht hast, dass es sich um eine Bissverletzung handelt, und deine Katze sich verändert verhält, warte nicht auf weitere Symptome.
Eine entzündete Wunde kannst du zu Hause nicht mehr zuverlässig behandeln. Hier braucht es in der Regel eine tierärztliche Untersuchung und oft auch Antibiotika.
Diese Frage lässt sich nicht immer eindeutig beantworten – aber es gibt klare Signale, bei denen du nicht abwarten solltest.
Die Blutung lässt sich nach fünf bis zehn Minuten nicht stoppen
Die Wunde ist tief, klafft oder ist größer als ein Zentimeter
Du vermutest eine Bissverletzung – egal wie klein die Einstichstelle wirkt
Die Wunde sitzt an Auge, Ohr, Pfote, Gelenk oder Bauch
Deine Katze zeigt deutliche Schmerzen, lahmt oder bewegt sich kaum
Die Katze wirkt apathisch, frisst nicht oder hat Fieber
Die Wunde sieht nach einem Tag nicht besser aus
Es bildet sich Eiter oder die Wunde riecht
Die Haut rund um die Wunde ist deutlich gerötet oder geschwollen
Deine Katze kratzt oder leckt die Wunde trotz Schutzmaßnahmen ständig auf
Bisswunden von anderen Katzen oder Tieren sind ein häufiger Grund für ernsthafte Infektionen. Die Einstichstelle ist oft winzig – das Gewebe darunter aber bereits tief betroffen. Innerhalb weniger Stunden kann sich daraus ein Abszess entwickeln, der aufbricht, stark eitert und sehr schmerzhaft ist. Wenn du auch nur den Verdacht auf eine Bissverletzung hast, gehört deine Katze noch am selben Tag zum Tierarzt – auch wenn sie sich zunächst normal verhält.
Manche Wunden verheilen trotz sorgfältiger Pflege nicht richtig – sie nässen weiter, bilden immer wieder Krusten oder sehen nach einer Woche noch genauso aus wie am ersten Tag. Das kann verschiedene Ursachen haben: eine zugrundeliegende Infektion, eine Fremdkörper in der Wunde, ein geschwächtes Immunsystem oder eine andere Erkrankung. Auch hier gilt: nach spätestens fünf bis sieben Tagen ohne sichtbare Verbesserung tierärztlich abklären lassen.
Eine offene Wunde bei der Katze ist im ersten Moment erschreckend – aber nicht jede Verletzung ist ein Notfall. Kleine, oberflächliche Wunden kannst du mit steriler Kochsalzlösung, einer sauberen Kompresse und etwas Ruhe gut zu Hause versorgen. Für die meisten Situationen brauchst du dafür keine Tierapotheke – die wichtigsten Mittel sind günstig, einfach anzuwenden und in wenigen Minuten besorgt.
Genauso wichtig ist das Wissen darüber, was du besser lässt. Alkohol, Teebaumöl, Wasserstoffperoxid und menschliche Schmerzmittel haben an einer Katzenwunde nichts zu suchen – egal wie verbreitet diese Mittel im Haushalt sind.
Und dann gibt es die Wunden, bei denen du nicht zögern solltest: tiefe Verletzungen, Bisswunden, Wunden die eitern oder einfach nicht heilen. Hier ist der Tierarzt keine Übervorsicht, sondern die richtige Entscheidung. Katzen zeigen Schmerzen oft erst, wenn es schon länger wehtut – wer früh handelt, erspart seinem Tier unnötiges Leiden.
Dominik Martzy schreibt über Tiergesundheit, natürliche Heilmethoden und bewährte Tiermedikamente für Hunde, Katzen und Pferde. Er recherchiert anhand veterinärmedizinischer Studien und Erfahrungen von Tierhaltern – mit dem Ziel, komplexe Gesundheitsthemen verständlich und alltagsnah aufzubereiten. Praktische Erfahrung im Umgang mit Tieren sammelte er als Volunteer in internationalen Tierschutzprojekten.