- 10 Min. Lesezeit | Zuletzt aktualisiert am
- 27.03.2026
Sauerkraut für Hunde: Wirkung, Dosierung, Risiken und Hilfe bei Fremdkörpern
Dein Hund hat etwas verschluckt, das er nicht sollte – und jetzt liest du überall, dass Sauerkraut helfen kann? Oder du fragst dich einfach, ob dein Hund Sauerkraut fressen darf, weil er sich beim letzten Abendessen begeistert darauf gestürzt hat?
Sauerkraut ist tatsächlich ein beliebtes Hausmittel unter Hundebesitzern – bei Verdauungsproblemen, verschluckten Fremdkörpern oder zur Unterstützung der Darmflora. Aber nicht in jeder Situation ist es sinnvoll, und manchmal kann es sogar schaden.
In diesem Artikel erfährst du, wann Sauerkraut deinem Hund wirklich hilft, wie du es richtig fütterst und wann du lieber direkt zum Tierarzt fahren solltest.
Das Wichtigste in Kürze
- Hunde dürfen Sauerkraut essen – in kleinen Mengen ist es gut verträglich und kann die Verdauung unterstützen.
- Rohes Sauerkraut ohne Zusätze ist die beste Wahl. Es enthält lebende Milchsäurebakterien, die die Darmflora stärken.
- Bei Verstopfung kann Sauerkraut abführend wirken – die Wirkung zeigt sich meist innerhalb von 6–12 Stunden.
- Bei verschluckten Fremdkörpern kann eine größere Portion Sauerkraut helfen, weiche Gegenstände auf natürlichem Weg auszuscheiden.
- Bei Vergiftungen, spitzen Fremdkörpern oder starken Symptomen ist Sauerkraut keine Lösung – hier sofort zum Tierarzt.
Dürfen Hunde Sauerkraut essen?
Ja, Hunde dürfen Sauerkraut essen. In kleinen Mengen ist es gut verträglich und kann die Verdauung deines Hundes sogar unterstützen. Giftig oder schädlich ist Sauerkraut für Hunde nicht – solange du ein paar Dinge beachtest.
Welches Sauerkraut ist geeignet?
Rohes Sauerkraut ist die beste Wahl. Es enthält noch lebende Milchsäurebakterien, die gut für die Darmflora deines Hundes sind. Frisches Sauerkraut aus dem Kühlregal oder selbst fermentiertes Sauerkraut ist ideal.
Sauerkraut aus der Dose kannst du ebenfalls verwenden. Achte aber darauf, dass es möglichst ohne Zusatzstoffe, Wein oder Gewürze ist. Viele Dosenvarianten enthalten Zucker oder Konservierungsstoffe – das braucht dein Hund nicht. Ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich.
Gekochtes Sauerkraut ist milder und oft besser verträglich, gerade für empfindliche Hunde. Allerdings gehen beim Kochen ein Teil der Milchsäurebakterien verloren. Wenn du das Sauerkraut nur kurz erwärmst statt lange zu kochen, bleibt mehr davon erhalten.
Rotkohl (Blaukraut) ist nicht dasselbe wie Sauerkraut. Hunde dürfen Rotkohl zwar grundsätzlich fressen, aber er wird meist mit Zucker, Essig und Gewürzen zubereitet – das ist weniger geeignet. Wenn du Rotkohl füttern möchtest, dann nur pur und in kleinen Mengen.
Worauf du verzichten solltest
Sauerkraut, das mit Wein, Zwiebeln oder starken Gewürzen zubereitet wurde, ist für Hunde tabu. Zwiebeln sind für Hunde giftig, und die anderen Zutaten belasten den Magen unnötig. Halte es so einfach wie möglich – pures Sauerkraut, ohne Extras.
So wirkt Sauerkraut beim Hund
Sauerkraut ist fermentierter Weißkohl – und genau diese Fermentation macht es für Hunde so interessant. Dabei entstehen Stoffe, die die Verdauung auf mehreren Ebenen unterstützen können.
Milchsäurebakterien für die Darmflora
Während der Fermentation bilden sich natürliche Milchsäurebakterien – sogenannte Laktobazillen. Die siedeln sich im Darm an, verdrängen dort unerwünschte Keime und stärken die natürliche Darmbarriere. Eine Studie der South China Agricultural University (2024) bestätigt diesen Effekt: Probiotische Bakterien wie Laktobazillen können die Darmflora nachweislich positiv beeinflussen – besonders nach Antibiotika-Behandlungen oder bei wiederkehrenden Verdauungsproblemen.
Damit möglichst viele dieser Bakterien erhalten bleiben, solltest du das Sauerkraut roh oder nur leicht erwärmt füttern. Beim langen Kochen sterben sie größtenteils ab.
Ballaststoffe für die Verdauung
Sauerkraut liefert reichlich Ballaststoffe. Die regen die Darmbewegung an und helfen, den Nahrungsbrei gleichmäßig durch den Verdauungstrakt zu transportieren. Das kann besonders bei Hunden helfen, die zu Verstopfung neigen oder eine eher träge Verdauung haben.
Gleichzeitig sind Ballaststoffe ein wichtiger Grund, warum du Sauerkraut nicht in großen Mengen füttern solltest. Zu viel davon kann den Darm überfordern und genau das Gegenteil bewirken – Blähungen, weicher Stuhl oder Durchfall.
Vitamine und Mineralstoffe
Nebenbei liefert Sauerkraut Vitamin C, Vitamin K und verschiedene B-Vitamine. Dazu kommen Kalium, Eisen und Folsäure. Das macht Sauerkraut zwar nicht zum Nahrungsergänzungsmittel, aber als gelegentlicher Zusatz zum Futter ist es ein kleines Plus für die Nährstoffversorgung deines Hundes.
Was Sauerkraut nicht kann
So hilfreich Sauerkraut als Hausmittel sein kann – es ist kein Medikament. Bei ernsthaften Darmproblemen, anhaltendem Durchfall oder Verdacht auf eine Erkrankung ersetzt es keinen Tierarztbesuch. Sauerkraut kann die Verdauung unterstützen, aber nicht heilen.
Die richtige Menge und Zubereitung
Sauerkraut ist kein Alleinfutter – es ist eine Ergänzung. Damit es deinem Hund guttut und nicht den Magen belastet, kommt es auf die richtige Menge und Zubereitung an.
Wieviel Sauerkraut darf mein Hund fressen?
Als Faustregel gilt: Lieber weniger als mehr. Starte mit einer kleinen Portion und beobachte, wie dein Hund reagiert.
Kleine Hunde (bis 10 kg) vertragen etwa einen Teelöffel bis einen Esslöffel pro Tag. Bei mittelgroßen Hunden (10–25 kg) können es ein bis zwei Esslöffel sein. Große Hunde (ab 25 kg) kommen mit zwei bis drei Esslöffeln gut zurecht.
Das sind Richtwerte – jeder Hund ist anders. Wenn dein Hund empfindlich auf neues Futter reagiert, starte mit der Hälfte und steigere langsam.
| Hundegröße | Gewicht | Tägliche Menge | Bei Fremdkörper | |
|---|---|---|---|---|
| 🐕🦺 | Kleiner Hund | bis 10 kg | 1 – 2 TL | 2 – 4 EL |
| 🦮 | Mittelgroßer Hund | 10 – 25 kg | 1 – 2 EL | 4 – 6 EL |
| 🐕 | Großer Hund | 25 – 40 kg | 2 – 3 EL | 6 – 10 EL |
| 🐾 | Sehr großer Hund | ab 40 kg | 3 – 4 EL | kleine Schüssel |
TL = Teelöffel · EL = Esslöffel · Angaben sind Richtwerte. Starte mit der kleineren Menge und steigere langsam. Bei verschluckten Fremdkörpern: rohes Sauerkraut bevorzugen und den Kot 24–48 Stunden kontrollieren.
Sauerkraut-Rechner
Die richtige Menge für deinen Hund
Verwende am besten rohes Sauerkraut ohne Zusätze. Starte mit der kleineren Menge und steigere langsam.
Roh oder gekocht?
Roh ist grundsätzlich besser, weil die lebenden Milchsäurebakterien erhalten bleiben. Wenn dein Hund einen empfindlichen Magen hat, kannst du das Sauerkraut kurz erwärmen – das macht es milder und bekömmlicher, ohne alle guten Bakterien zu zerstören.
Lange gekochtes Sauerkraut, wie du es vielleicht als Beilage kennst, hat deutlich weniger Milchsäurebakterien. Es schadet deinem Hund nicht, bringt aber weniger für die Darmflora.
Warm oder kalt?
Beides ist möglich. Zimmertemperatur ist ideal – direkt aus dem Kühlschrank kann kaltes Sauerkraut bei manchen Hunden den Magen reizen. Nimm es einfach ein paar Minuten vorher raus oder erwärme es leicht. Heiß füttern solltest du es nicht.
Wie oft füttern?
Sauerkraut ist nichts für jeden Tag. Ein- bis dreimal pro Woche als Ergänzung zum normalen Futter reicht völlig aus. Mische es einfach unter das gewohnte Nass- oder Trockenfutter.
Ausnahme: Bei akuten Situationen wie einem verschluckten Fremdkörper wird Sauerkraut manchmal in größeren Mengen auf einmal gefüttert. Dazu mehr im Abschnitt weiter unten.
Wie schnell wirkt Sauerkraut beim Hund?
Das kommt auf die Situation an. Bei Verstopfung zeigt sich die Wirkung meist innerhalb von 6 bis 12 Stunden. Bei verschluckten Fremdkörpern solltest du innerhalb von 24 bis 48 Stunden Ergebnisse im Kot sehen. Für die Darmflora braucht es etwas Geduld – hier macht eine regelmäßige Fütterung über ein bis zwei Wochen Sinn, bis sich eine Verbesserung bemerkbar macht.
Wie gebe ich meinem Hund Sauerkraut?
Am einfachsten: unter das gewohnte Futter mischen. Die meisten Hunde fressen es so problemlos mit. Wenn dein Hund wählerisch ist, hilft ein Löffel Leberwurst oder etwas Nassfutter, um den Geschmack zu überdecken. Pur aus dem Napf mögen es manche Hunde – aber längst nicht alle.
Sauerkrautsaft als Alternative
Wenn dein Hund Sauerkraut partout nicht fressen will, kannst du es mit Sauerkrautsaft versuchen. Der enthält ebenfalls Milchsäurebakterien und lässt sich einfach über das Futter geben. Starte mit einem Schuss und steigere langsam. Achte darauf, dass der Saft keine Zusätze wie Zucker oder Gewürze enthält.
Sauerkraut bei Verstopfung und Verdauungsproblemen
Dein Hund presst beim Kotabsetzen, der Stuhl ist hart oder er war seit über einem Tag nicht mehr draußen erfolgreich? Dann kann Sauerkraut ein einfaches Hausmittel sein, das oft schon nach wenigen Stunden Wirkung zeigt.
Warum Sauerkraut bei Verstopfung hilft
Die Kombination aus Ballaststoffen und Milchsäure regt die Darmbewegung an. Der Nahrungsbrei wird weicher und rutscht leichter durch den Darm. Rohes Sauerkraut wirkt dabei stärker als gekochtes, weil die Milchsäurebakterien zusätzlich die Darmaktivität ankurbeln.
Bei leichter Verstopfung reicht oft eine etwas größere Portion als üblich – also das Doppelte der normalen Menge, unter das Futter gemischt. Viele Hunde setzen innerhalb von 6 bis 12 Stunden wieder normalen Kot ab.
Sauerkraut zur Darmsanierung
Nach einer Antibiotika-Behandlung oder Wurmkur, bei wiederkehrendem Durchfall oder wenn die Verdauung deines Hundes generell aus dem Takt ist, kann eine kleine Sauerkraut-Kur sinnvoll sein. Füttere dafür über ein bis zwei Wochen täglich eine kleine Portion rohes Sauerkraut. Die Milchsäurebakterien helfen dabei, die Darmflora wieder aufzubauen und das Gleichgewicht zwischen guten und schlechten Darmbakterien wiederherzustellen.
Eine solche Kur ersetzt keine tierärztliche Behandlung, kann sie aber gut ergänzen. Sprich im Zweifelsfall vorher kurz mit deinem Tierarzt.
Sauerkraut bei verschluckten Fremdkörpern und Knochen
Dein Hund hat eine Socke verschluckt, ein Stück Plastik gefressen oder einen Hühnchenknochen vom Tisch geklaut? Dann stößt du bei der Suche nach Hausmitteln schnell auf den Tipp: Sauerkraut füttern. Tatsächlich schwören viele Hundebesitzer darauf. Aber die Methode hat klare Grenzen – und die solltest du kennen.
Wie die Sauerkraut-Methode funktioniert
Die Idee dahinter: Sauerkraut wird kaum verdaut und legt sich wie ein Polster um den Fremdkörper. Die Fasern umwickeln das verschluckte Objekt, machen es gleitfähiger und sollen es so auf natürlichem Weg durch den Darm nach draußen befördern.
Dafür wird eine deutlich größere Menge gefüttert als normal – je nach Hundegröße eine halbe bis eine ganze Schüssel rohes Sauerkraut. Manche Hunde fressen es freiwillig, bei anderen hilft es, das Sauerkraut mit etwas Leberwurst oder Nassfutter zu mischen. Wichtig: Der Fremdkörper muss innerhalb von 24 bis 48 Stunden auf natürlichem Weg wieder rauskommen. Kontrolliere den Kot deines Hundes in dieser Zeit genau.
Wann es funktionieren kann
Bei weichen, kleinen oder glatten Gegenständen hat die Sauerkraut-Methode oft Erfolg. Typische Fälle sind kleine Stoffstücke, Alufolie, Haargummis oder kleine Plastikteile ohne scharfe Kanten.
Aber auch weiche Gegenstände sind nicht automatisch harmlos. Eine verschluckte Socke kann im Magen oder Darm stecken bleiben und eine Verstopfung oder einen Darmverschluss verursachen. Besonders gefährlich sind lange, fadenförmige Materialien wie Schnüre, Bänder, Geschenkband oder Stoffstreifen. Diese sogenannten linearen Fremdkörper können sich im Darm verfangen und beim Weitertransport schwere Verletzungen verursachen. Hier ist Sauerkraut keine Option – geh damit direkt zum Tierarzt.
Auch bei kleineren Knochenstücken, die dein Hund gut zerkaut hat, kann Sauerkraut helfen. Wenn er sich normal verhält, frisst und trinkt und keine Schmerzen zeigt, kannst du Sauerkraut füttern und den Kot kontrollieren. Oft tauchen die Knochenreste dort wieder auf – manchmal sichtbar vom Sauerkraut umhüllt.
Erbrechen, Würgen, Speicheln, Apathie, Bauchschmerzen, blutiger Stuhl
Kein Sauerkraut, kein Abwarten. Jede Stunde zählt.
Glas, Nägel, Splitter, große Knochen, Batterien
Große Portion rohes Sauerkraut füttern
Fremdkörper muss innerhalb von 24–48h rauskommen
Sonderfall Knochen und Knochensplitter
Knochen verdienen besondere Aufmerksamkeit, weil sie splittern können – vor allem gekochte Geflügelknochen. Rohe Knochen brechen eher stumpf, aber Hühnchen-, Enten- oder Gänseknochen, die gekocht oder gebraten wurden, bilden beim Zerbeißen messerscharfe Splitter. Diese können die Speiseröhre, den Magen oder den Darm verletzen. Im schlimmsten Fall droht ein Darmdurchbruch – und das ist lebensbedrohlich.
Die Milchsäure im Sauerkraut kann die Oberfläche von Knochenstücken etwas aufweichen und so den Transport durch den Darm erleichtern. Bei kleinen, gut zerkauten Stücken ist das oft ausreichend. Bei größeren Splittern oder ganzen Röhrenknochen reicht das nicht – hier muss der Tierarzt ran.
Ein Tipp zur Vorbeugung: Gekochte Geflügelknochen gehören nicht in den Hundenapf und auch nicht in einen Mülleimer, an den dein Hund herankommt. Beim Spaziergang lohnt sich ein wachsames Auge – gerade in Parks und an Grillplätzen liegen oft Knochenreste herum.
Wann du sofort zum Tierarzt musst
Sauerkraut ist kein Ersatz für tierärztliche Hilfe. Geh direkt zum Tierarzt oder in die Tierklinik, wenn dein Hund spitze oder scharfkantige Gegenstände verschluckt hat wie Glassplitter, Nägel oder Metallteile, bei größeren Steinen, Batterien oder Giftködern, wenn du bei Knochen deutliches Splittern gehört oder gesehen hast oder wenn der Gegenstand größer als der Darm deines Hundes ist.
Ebenso gilt: Wenn dein Hund nach dem Verschlucken erbricht, würgt, stark speichelt, nicht mehr frisst, Bauchschmerzen zeigt, den Bauch nicht berühren lässt, apathisch wird, blutigen Stuhl hat oder sich verkriecht und hechelt – dann ist das ein Notfall. Hier zählt jede Stunde.
Eine ehrliche Einordnung
Die Sauerkraut-Methode ist ein Hausmittel – keine medizinisch gesicherte Behandlung. Es gibt dazu keine wissenschaftlichen Studien, sondern Erfahrungsberichte von Hundebesitzern und Einschätzungen einzelner Tierärzte. Manche empfehlen es bei harmlosen Gegenständen als ersten Versuch, andere raten grundsätzlich zum Röntgen.
Wenn du unsicher bist, ruf zuerst bei deinem Tierarzt an und schildere, was dein Hund verschluckt hat. Dann könnt ihr gemeinsam entscheiden, ob Abwarten mit Sauerkraut vertretbar ist oder ob dein Hund sofort untersucht werden muss.
Warnsignale beim Hund
Sofort zum Tierarzt!
Diese Symptome sind ein Notfall – nicht abwarten, sofort handeln.
Wiederholtes Erbrechen
Vor allem mit Blut oder wenn dein Hund nichts bei sich behält
Blut im Stuhl oder Erbrochenen
Kann auf innere Verletzungen oder Vergiftung hindeuten
Starkes Hecheln & Unruhe
Dein Hund findet keine Position, läuft rastlos umher
Harter, aufgeblähter Bauch
Lässt sich nicht am Bauch berühren, krümmt den Rücken
Starkes Speicheln & Würgen
Versucht zu erbrechen, schafft es aber nicht
Apathie & Futterverweigerung
Reagiert kaum, zieht sich zurück, frisst und trinkt nicht mehr
Spitze Gegenstände
Nägel, Schrauben, Glassplitter, Metallteile
Batterien & Giftstoffe
Batterien, Medikamente, Rattengift, Schneckenkorn
Große Knochensplitter
Vor allem gekochte Geflügelknochen mit scharfen Bruchstellen
Speichere jetzt die Notfallnummern!
Tierarzt-Nummer und nächste Tierklinik mit Notdienst ins Handy eintragen. Nachts und am Wochenende zählt jede Minute.
Sauerkraut bei Vergiftung beim Hund – hilft das?
Kurze Antwort: Nein. Bei einer Vergiftung ist Sauerkraut nicht das richtige Mittel – und Abwarten kann lebensgefährlich sein.
Warum Sauerkraut bei Vergiftungen nicht funktioniert
Die Sauerkraut-Methode zielt darauf ab, einen Gegenstand durch den Darm zu schleusen. Bei einer Vergiftung ist das Problem ein anderes: Der Giftstoff wird über die Schleimhäute aufgenommen und gelangt ins Blut – oft innerhalb von Minuten. Da hilft es nicht, den Mageninhalt in Sauerkraut einzuwickeln. Im Gegenteil: Die Zeit, die du mit Sauerkraut füttern verbringst, fehlt dir für das, was wirklich zählt – schnelle tierärztliche Hilfe.
Typische Vergiftungen beim Hund
Schokolade ist der Klassiker – das enthaltene Theobromin kann je nach Menge und Kakaoanteil zu Herzrasen, Krämpfen und im schlimmsten Fall zum Tod führen. Aber auch Weintrauben und Rosinen, Xylit (in zuckerfreien Kaugummis und manchen Süßigkeiten), Zwiebeln und Knoblauch in größeren Mengen, Rattengift und Schneckenkorn sowie bestimmte Pflanzen wie Oleander oder Herbstzeitlose sind für Hunde giftig.
Was du stattdessen tun solltest
Ruf sofort deinen Tierarzt oder die nächste Tierklinik an. Halte dabei bereit, was dein Hund gefressen hat und ungefähr wie viel, wann es passiert ist und wie schwer dein Hund ist. Je nach Giftstoff und Zeitpunkt kann der Tierarzt gezielt handeln – zum Beispiel Erbrechen auslösen, Aktivkohle geben oder eine Infusion legen.
Wichtig: Löse niemals selbst Erbrechen aus, es sei denn, dein Tierarzt sagt dir das ausdrücklich am Telefon. Bei manchen Substanzen kann Erbrechen die Situation verschlimmern.
Für den Notfall vorbereitet sein
Speichere die Nummer deines Tierarztes und der nächsten Tierklinik mit Notdienst in deinem Handy. Nachts und am Wochenende kann das entscheidende Minuten sparen. Auch die Nummer einer Giftnotrufzentrale für Tiere kann hilfreich sein – frag deinen Tierarzt bei Gelegenheit danach.
Mögliche Nebenwirkungen von Sauerkraut bei Hunden
Sauerkraut ist für die meisten Hunde gut verträglich – aber nicht für jeden und nicht in jeder Menge. Gerade wenn dein Hund zum ersten Mal Sauerkraut bekommt oder du etwas zu großzügig portioniert hast, kann sein Verdauungssystem empfindlich reagieren.
Was passieren kann
Blähungen sind die häufigste Nebenwirkung. Sauerkraut ist reich an Ballaststoffen und Milchsäure – beides kann im Darm Gase erzeugen, vor allem wenn dein Hund nicht daran gewöhnt ist. Meistens harmlos, aber für Hund und Halter gleichermaßen unangenehm.
Weicher Stuhl oder Durchfall treten auf, wenn die Menge zu groß war. Das Sauerkraut regt die Darmtätigkeit stärker an als nötig – der Körper deines Hundes reagiert, indem er den Darm schneller entleert. In der Regel normalisiert sich das innerhalb eines Tages von selbst.
Erbrechen kann vorkommen, wenn dein Hund empfindlich auf die Säure reagiert oder das Sauerkraut auf nüchternen Magen bekommt. Mische es deshalb immer unter das reguläre Futter statt es pur zu geben.
Bauchschmerzen erkennst du daran, dass dein Hund eine gekrümmte Haltung einnimmt, unruhig ist, den Bauch nicht berühren lassen will oder die sogenannte Gebetsstellung zeigt – Vorderkörper unten, Hinterteil oben.
Sodbrennen kann gelegentlich auftreten, weil Sauerkraut einen hohen Säuregehalt hat. Anzeichen dafür sind häufiges Schlucken, Schmatzen oder Grasfressen. Füttere in dem Fall weniger oder wechsle auf kurz erwärmtes Sauerkraut – das ist milder.
Wann du aufhören solltest
Leichte Blähungen oder etwas weicherer Stuhl nach der ersten Fütterung sind kein Grund zur Sorge. Reduziere einfach die Menge beim nächsten Mal.
Höre aber auf, Sauerkraut zu füttern, und beobachte deinen Hund genau, wenn der Durchfall länger als einen Tag anhält, dein Hund wiederholt erbricht, er das Futter komplett verweigert oder er Anzeichen von Bauchschmerzen zeigt.
Falls die Symptome nach 24 Stunden nicht abklingen oder sich verschlechtern, lass deinen Hund beim Tierarzt untersuchen.
Hunde, die kein Sauerkraut bekommen sollten
Nicht für jeden Hund ist Sauerkraut geeignet. Verzichte darauf bei Hunden mit chronischen Magenproblemen oder Gastritis, bei bekannter Unverträglichkeit gegenüber fermentierten Lebensmitteln und bei Welpen unter sechs Monaten, deren Verdauungssystem noch nicht ausgereift ist.
Besondere Vorsicht gilt bei Hunden mit Niereninsuffizienz. Sauerkraut enthält relativ viel Natrium, und eingeschränkte Nieren können das schlechter verarbeiten. Sprich vorher mit deinem Tierarzt, ob und in welcher Menge Sauerkraut in Frage kommt.
Sauerkraut für den Hund - Fazit
Sauerkraut ist ein einfaches, natürliches Hausmittel, das in vielen Situationen hilfreich sein kann – bei leichter Verstopfung, zur Unterstützung der Darmflora oder wenn dein Hund einen harmlosen Gegenstand verschluckt hat. Viele Hundebesitzer berichten von guten Erfahrungen, und nicht wenige Hunde fressen es sogar richtig gerne.
Aber es bleibt ein Hausmittel – kein Medikament. Bei ernsthaften Darmproblemen, anhaltenden Symptomen oder Verdacht auf eine Erkrankung ersetzt es keinen Tierarztbesuch.
Neben Sauerkraut setzen viele Hundebesitzer bei stressbedingten Verdauungsproblemen oder allgemeiner Unruhe auch auf natürliche Unterstützung durch CBD Tropfen speziell für Hunde.
Im Zweifel gilt immer: Lieber einmal zu viel beim Tierarzt anrufen als einmal zu wenig.
