- 10 Min. Lesezeit | Zuletzt aktualisiert am
- 16.01.2026
Hausmittel gegen Mauke beim Pferd – natürlich, wirksam & ganzheitlich behandeln
Mauke beim Pferd ist eine hartnäckige Hauterkrankung, die vor allem in der Fesselbeuge auftritt und viele Pferdebesitzer vor große Herausforderungen stellt. Nässe, Keime, ein geschwächtes Immunsystem oder Stoffwechselprobleme können die Entstehung begünstigen – und machen die Behandlung oft langwierig. Neben tierärztlichen Maßnahmen setzen viele Halter erfolgreich auf Hausmittel gegen Mauke beim Pferd, um die Haut natürlich zu beruhigen und die Heilung zu unterstützen. In diesem Artikel erfährst du, welche natürlichen Mittel wirklich helfen, welche Pflege- und Fütterungsfehler Mauke verschlimmern können und wie du Mauke ganzheitlich behandeln und vorbeugen kannst.
🧠 Helfen Hausmittel gegen Mauke beim Pferd?
Ja – Hausmittel können Mauke in frühen/milden Stadien sinnvoll unterstützen, wenn du konsequent für Sauberkeit, Trockenheit und eine intakte Hautbarriere sorgst. Entscheidend ist ein ganzheitlicher Ansatz (Haltung, Pflege, ggf. Fütterung/Stoffwechsel) – bei nässender, schmerzhafter oder wiederkehrender Mauke reichen Hausmittel oft nicht aus und ein Tierarzt ist sinnvoll.
Das Wichtigste im Überblick:
🧼 Grundprinzip: Schmutz nur bei Bedarf entfernen, danach immer gründlich trocknen – Feuchtigkeit ist ein zentraler Treiber für Mauke.
🛡️ Hautbarriere schützen: Weniger ist mehr: häufiges Waschen/ständiges Produktwechseln kann die Haut zusätzlich reizen.
🌿 Hausmittel (mild & beliebt): Zinksalbe, Ringelblume, Kamille zur sanften Pflege – immer auf sauberer, trockener Haut anwenden.
🧴 Öl bei Mauke: Kokos- oder Olivenöl kann bei trockener Mauke helfen, die Haut geschmeidig zu halten. Bei nässender Mauke kann Öl Feuchtigkeit einschließen – dann lieber zurückhaltend einsetzen.
🩹 Krusten entfernen? Nicht gewaltsam. Nur wenn sie sich leicht lösen – sonst entstehen Mikrowunden und die Entzündung kann sich verschlimmern.
🧪 Desinfektion (z. B. Betaisodona): Kann kurzfristig bei bakteriell belasteten/nässenden Stellen sinnvoll sein, aber nicht dauerhaft (Austrocknung/Barriere-Schädigung möglich).
🍀 „Von innen“ denken: Bei chronischer Mauke auch Fütterung/Spurenelemente (z. B. Zink) und Stoffwechsel/Darm im Blick behalten.
🚑 Wann Hausmittel nicht mehr reichen: Bei deutlicher Schwellung, Lahmheit, Eiter/Nässen, starken Schmerzen, Fieber oder fehlender Besserung nach einigen Tagen → tierärztlich abklären.
📚 Studienhinweis: Eine Übersichtsarbeit zu Equine Pastern Dermatitis (Gerber, Kaiser-Thom & Oesch, Journal of the American Veterinary Medical Association, 2023) beschreibt Mauke/„Mud Fever“ als multifaktorielles Syndrom und betont Management (Trockenheit, Barrierepflege) sowie eine ursachenorientierte Therapie statt „eine Lösung für alle“.
📌 Hinweis: Hausmittel ersetzen keine Diagnose. Bei schweren, nässenden, schmerzhaften oder wiederkehrenden Verläufen sollte immer tierärztlich abgeklärt werden (z. B. Milben/Pilze/Bakterien, Stoffwechselprobleme).
1.Was ist Mauke beim Pferd?
Mauke ist eine entzündliche Hauterkrankung, die meist in der Fesselbeuge des Pferdes auftritt. Medizinisch wird sie häufig als Dermatitis der Fesselbeuge bezeichnet. Charakteristisch sind Hautreizungen, Krusten, nässende Stellen und in schweren Fällen schmerzhafte Risse. Mauke ist keine eigenständige Krankheit, sondern vielmehr ein Symptom, das durch unterschiedliche äußere und innere Faktoren ausgelöst oder begünstigt wird. Je nach Ursache und Verlauf kann sie mild, aber auch sehr hartnäckig und chronisch werden.
Typische Symptome & Stadien
Die Symptome von Mauke können sehr unterschiedlich ausfallen und entwickeln sich meist schleichend:
- Rötung und Schwellung der Fesselbeuge
- Schuppenbildung und Krusten
- Nässende, teilweise übel riechende Hautstellen
- Schmerzempfindlichkeit, Lahmheit bei schweren Verläufen
- Verdickte, schlecht heilende Haut bei längerem Bestehen
Man unterscheidet grob frühe Stadien (trockene Schuppen, leichte Rötung) von fortgeschrittenen Stadien mit nässenden Entzündungen, tiefen Hautrissen und bakteriellen Sekundärinfektionen.
2. Ursachen von Mauke – warum sie immer wiederkommt
Mauke entsteht in den meisten Fällen nicht durch einen einzelnen Auslöser, sondern durch das Zusammenspiel äußerer Belastungen und innerer Faktoren. Wird nur die Haut behandelt, ohne die Ursachen zu berücksichtigen, kommt Mauke häufig zurück.
Äußere Ursachen
Nässe, Matsch und Urin
Anhaltende Feuchtigkeit weicht die Haut auf und zerstört ihre natürliche Schutzfunktion. Matschige Ausläufe, nasse Weiden oder ammoniakhaltiger Urin im Stall begünstigen Entzündungen erheblich.
Bakterien, Pilze und Milben
Auf vorgeschädigter Haut können sich Keime leicht vermehren und die Mauke verschlimmern oder chronisch werden lassen.
Falsche Pflegeprodukte
Zu häufiges Waschen, aggressive Shampoos oder stark desinfizierende Mittel reizen die Haut zusätzlich und verzögern die Heilung.
Innere Ursachen
Stoffwechselbelastung
Ein überlasteter Stoffwechsel kann sich über die Haut zeigen – Mauke ist daher oft ein inneres Warnsignal.
Leber & Niere
Sind die Entgiftungsorgane überfordert, werden Stoffwechselprodukte vermehrt über die Haut ausgeschieden. Deshalb spielt das Thema Pferd entgiften bei Mauke eine wichtige Rolle, z. B. durch unterstützende Maßnahmen für Leber und Niere.
Mineralstoffmängel & Immunsystem
Ein Mangel an Spurenelementen wie Zink sowie ein geschwächtes Immunsystem beeinträchtigen die Hautregeneration. Um Mauke dauerhaft in den Griff zu bekommen, ist es entscheidend, das Immunsystem des Pferdes zu stärken.
3.Mauke natürlich behandeln – die wichtigsten Grundregeln
Wer Mauke beim Pferd natürlich behandeln möchte, sollte nicht planlos verschiedene Mittel ausprobieren. Ein ruhiges, konsequentes und systematisches Vorgehen ist entscheidend, um die Haut zu entlasten und eine nachhaltige Heilung zu ermöglichen.
Ruhe bewahren & systematisch vorgehen
Mauke braucht Zeit. Häufige Produktwechsel oder tägliches „Herumdoktern“ reizen die Haut zusätzlich. Besser ist es, eine geeignete Pflegeroutine zu wählen und diese konsequent über mehrere Tage anzuwenden. Beobachte die Haut genau: Wird sie trockener, weniger gerötet oder schmerzempfindlich, ist das ein gutes Zeichen. Bleibt die Mauke unverändert oder verschlechtert sich, sollte die Strategie angepasst werden.
Trocken halten – wann Luft besser ist als Abdecken
Feuchtigkeit ist einer der größten Gegenspieler bei Mauke. In vielen Fällen heilt die Haut am besten, wenn sie sauber, trocken und gut belüftet ist. Abdecken mit Bandagen oder Gamaschen kann kurzfristig schützen, birgt aber die Gefahr von Wärmestau und erneuter Durchfeuchtung. Abdeckungen sollten daher nur gezielt und zeitlich begrenzt eingesetzt werden – etwa bei stark nässender Mauke oder im extremen Matsch.
Krusten: entfernen oder nicht?
Eine der häufigsten Fragen: Soll man Mauke-Krusten entfernen?
Grundsätzlich gilt: Nur wenn sie sich leicht lösen lassen. Festsitzende Krusten gewaltsam zu entfernen, verursacht Mikroverletzungen und verschlimmert die Entzündung. Weiche Krusten können vorsichtig nach vorherigem Einweichen gelöst werden, um darunterliegende Hautstellen besser pflegen zu können.
Hygiene ohne Überpflege
Sauberkeit ist wichtig – Überpflege jedoch kontraproduktiv. Tägliches Waschen, aggressive Seifen oder stark desinfizierende Lösungen schädigen die Hautbarriere. In der Regel reicht es, die betroffenen Stellen bei Bedarf vorsichtig zu reinigen und anschließend gut zu trocknen. Ziel ist es, die Haut zu unterstützen, nicht sie zusätzlich zu stressen.
4.Die wirksamsten Hausmittel gegen Mauke beim Pferd
Nicht jedes Hausmittel hilft bei Mauke gleichermaßen. Entscheidend sind antibakterielle Eigenschaften, eine gute Wundverträglichkeit und die Fähigkeit, die Hautregeneration zu unterstützen. Die folgenden Mittel haben sich – je nach Stadium der Mauke – in der Praxis besonders bewährt.
Honig & Manuka-Honig – bewährt bei Mauke
Honig besitzt eine stark antibakterielle und wundheilende Wirkung. Er hemmt das Wachstum von Keimen, wirkt entzündungshemmend und schafft ein feuchtes Wundmilieu, das die Regeneration fördert. Besonders bei nässender oder rissiger Mauke kann Mauke beim Pferd mit Honig gut unterstützt werden.
Zur Anwendung kann Honig entweder pur dünn auf saubere, trockene Hautstellen aufgetragen oder in Form einer Honigsalbe verwendet werden, die länger auf der Haut haftet. Manuka-Honig wird vor allem bei hartnäckiger Mauke eingesetzt, da er eine besonders ausgeprägte keimhemmende Wirkung besitzt.
Grenzen zeigen sich bei stark verschmutzter Haut oder hoher Keimbelastung. Wird Honig auf nicht ausreichend gereinigte Stellen aufgetragen, können Keime eingeschlossen werden, was die Heilung verzögert.
Zink & Zinksalben – Klassiker bei nässender Mauke
Zinksalbe zählt zu den am häufigsten eingesetzten Mitteln bei Mauke beim Pferd. Zink wirkt entzündungshemmend, unterstützt die Wundheilung und schützt die Haut vor Feuchtigkeit. Besonders bei nässender Mauke ist Zinksalbe beim Pferd sinnvoll.
Lebertran-Zinksalbe kombiniert den schützenden Effekt von Zink mit pflegenden Fettsäuren und Vitamin A und eignet sich bei trockener bis leicht nässender Mauke. Häufig wird auch gefragt, welche Salbe bei Mauke beim Pferd die richtige ist. Wichtig ist, dass die Salbe schützt, ohne die Haut dauerhaft zu verschließen.
Melkfett wird zwar oft verwendet, besitzt jedoch keinen heilenden Effekt. Es kann Feuchtigkeit einschließen und Mauke unter Umständen verschlimmern und sollte daher nicht als alleiniges Mittel eingesetzt werden.
Kokosöl & pflanzliche Öle
Kokosöl wird bei Mauke beim Pferd aufgrund seiner leicht antibakteriellen und pflegenden Eigenschaften eingesetzt. Es eignet sich vor allem bei trockener, schuppiger Mauke. Neemöl besitzt deutlich stärkere antimikrobielle Eigenschaften, sollte jedoch nur stark verdünnt verwendet werden.
Pflanzliche Öle wirken okklusiv und versiegeln die Haut. Bei nässender oder feuchter Mauke sind sie daher meist ungeeignet, da sie die Feuchtigkeit einschließen und den Heilungsprozess verzögern können.
CBD Öl & CBD Creme bei Mauke – unterstützend für Haut & Immunsystem
CBD-Produkte werden zunehmend auch bei Hautproblemen beim Pferd eingesetzt. Sowohl spezielles Pferde CBD Öl als auch CBD Creme können bei Mauke eine unterstützende Rolle spielen, ersetzen jedoch keine grundlegende Pflege oder Ursachenbehandlung.
CBD besitzt entzündungshemmende und hautberuhigende Eigenschaften, die bei gereizter, geröteter Haut hilfreich sein können. In der Praxis wird CBD Creme vor allem äußerlich angewendet, um betroffene Hautstellen zu pflegen, Spannungsgefühle zu lindern und die Regeneration zu unterstützen. Sie eignet sich besonders bei trockener, entzündeter Mauke oder in der Abheilungsphase.
CBD Öl wird hingegen innerlich eingesetzt und zielt darauf ab, das allgemeine Wohlbefinden und das Immunsystem des Pferdes zu unterstützen. Da Mauke häufig mit einem geschwächten Immunsystem oder inneren Belastungen einhergeht, kann CBD Öl begleitend sinnvoll sein, vor allem bei wiederkehrender oder chronischer Mauke.
Wichtig ist die Qualität der Produkte. Es sollten ausschließlich speziell für Tiere entwickelte CBD Produkte ohne THC verwendet werden. Die Dosierung sollte niedrig angesetzt und langsam gesteigert werden. Bei offenen, stark nässenden oder infizierten Hautstellen ist CBD Creme allein nicht ausreichend und sollte nur ergänzend zu bewährten Maßnahmen eingesetzt werden.
Silber bei Mauke – Salbe, Spray & kolloidales Silber
Silber wird aufgrund seiner keimreduzierenden Eigenschaften häufig bei Mauke eingesetzt. Silbersalbe eignet sich zur gezielten Pflege einzelner Hautstellen, während Silberspray besonders praktisch bei schmerzempfindlichen oder schwer zugänglichen Bereichen ist.
Kolloidales Silber zählt zu den alternativen Mitteln bei Mauke beim Pferd. Während einige Pferdehalter positive Erfahrungen berichten, ist die wissenschaftliche Datenlage begrenzt. Silber sollte nicht dauerhaft oder großflächig angewendet werden, um die natürliche Hautflora nicht zu beeinträchtigen.
Propolis & Bienenprodukte
Propolis besitzt antibakterielle, antivirale und entzündungshemmende Eigenschaften. Bei Mauke beim Pferd kann es die Wundheilung unterstützen und wird häufig in Salben oder Tinkturen eingesetzt. Vor der ersten Anwendung empfiehlt sich ein Verträglichkeitstest, da manche Pferde sensibel reagieren.
Aloe Vera & Lebermoos
Aloe Vera wirkt kühlend, beruhigend und feuchtigkeitsspendend und eignet sich besonders bei entzündeter oder trockener Mauke. Sie unterstützt die Regeneration der Haut, ohne sie zu reizen.
Lebermoos und Lebermoosextrakt werden bei Mauke beim Pferd aufgrund ihrer antimikrobiellen Eigenschaften eingesetzt und kommen vor allem bei hartnäckigen Verläufen zum Einsatz.
Heilwolle, Schafwolle & Wool Pads
Schafwolle und Heilwolle können Wundsekret aufnehmen, wärmen und die Durchblutung fördern. Wool Pads werden häufig bei nässender Mauke verwendet, um Feuchtigkeit von der Haut wegzuleiten.
Sinnvoll ist der Einsatz vor allem kurzfristig, etwa bei stark nässenden Stellen oder zum Schutz vor Schmutz. Bei dauerhaftem Einsatz kann es jedoch zu Wärmestau und erneuter Durchfeuchtung kommen, was Mauke verschlechtern kann. Deshalb sollten diese Hilfsmittel regelmäßig kontrolliert und nicht dauerhaft verwendet werden.
Reinigung & Waschen – Seifen, Shampoos & Lösungen
Die richtige Reinigung spielt bei Mauke eine wichtige Rolle, gleichzeitig ist sie einer der häufigsten Fehlerquellen. Zu häufiges oder falsches Waschen kann die Hautbarriere schädigen und Mauke verschlimmern. Ziel ist es daher, die Haut schonend zu reinigen, ohne sie auszutrocknen oder zusätzlich zu reizen.
5.Geeignete Seifen & Shampoos bei Mauke
Viele Pferdehalter suchen gezielt nach einer geeigneten Mauke-Seife für das Pferd. Grundsätzlich gilt: weniger ist mehr.
Kernseife wird bei Mauke beim Pferd häufig verwendet, da sie rückfettend und vergleichsweise mild ist. Sie kann bei starker Verschmutzung kurzfristig eingesetzt werden, sollte aber nicht täglich angewendet werden.
Jodseife wird teilweise bei Mauke empfohlen, da sie keimreduzierend wirkt. Sie sollte jedoch nur sehr sparsam und zeitlich begrenzt eingesetzt werden, da Jod die Haut austrocknen und reizen kann.
Ein spezielles Mauke-Shampoo für Pferde kann sinnvoll sein, wenn es pH-hautneutral, mild und frei von aggressiven Tensiden ist. Wichtig ist, die Haut nach dem Waschen immer gründlich zu trocknen.
Die Joveg Seife wird von manchen Pferdehaltern bei Mauke eingesetzt, da sie als mild gilt. Auch hier gilt: nur bei Bedarf verwenden und nicht als tägliche Routine.
Unabhängig vom Produkt sollte die Reinigung nur erfolgen, wenn die Beine sichtbar verschmutzt oder verkrustet sind. Dauerhaftes Waschen verzögert die Heilung.
Medizinische Lösungen – sinnvoll oder riskant?
Medizinische Lösungen werden bei Mauke häufig eingesetzt, sollten jedoch kritisch betrachtet werden, da sie zwar Keime abtöten, aber gleichzeitig die Haut stark belasten können.
Betaisodona und Jodosept wirken antiseptisch und können bei akuter, stark bakteriell infizierter Mauke kurzfristig sinnvoll sein. Sie sollten jedoch nicht dauerhaft angewendet werden, da Jod die Haut austrocknet und die natürliche Hautflora schädigt.
Rivanol wird gelegentlich bei Mauke beim Pferd verwendet, da es antibakteriell wirkt. Es kann bei nässenden Entzündungen helfen, sollte aber ebenfalls nur zeitlich begrenzt eingesetzt werden.
Wasserstoffperoxid wird manchmal zum Reinigen offener Stellen genutzt. Es wirkt stark keimabtötend, schädigt jedoch auch gesundes Gewebe und verzögert bei häufiger Anwendung die Wundheilung. Für die regelmäßige Mauke-Behandlung ist es daher ungeeignet.
DMSO wird vereinzelt bei Mauke genannt, da es tief in die Haut eindringt. Aufgrund der starken Wirkung und möglicher Nebenwirkungen gehört es jedoch nicht in die routinemäßige Selbstbehandlung und sollte nur unter tierärztlicher Anleitung eingesetzt werden.
Ballistol wird gelegentlich zur Pflege empfohlen, besitzt jedoch keine gezielte Wirkung gegen Mauke-Erreger und kann bei nässender Mauke Feuchtigkeit einschließen. Als alleiniges Mittel ist es daher kritisch zu sehen.
Zusammenfassend gilt: Medizinische Lösungen können in bestimmten Situationen kurzfristig helfen, ersetzen aber keine schonende Pflege und sollten nicht dauerhaft angewendet werden. Bei Unsicherheit oder ausbleibender Besserung ist eine tierärztliche Abklärung immer sinnvoll.
6.Mauke von innen behandeln – Fütterung & Stoffwechsel
Bei wiederkehrender oder chronischer Mauke reicht eine äußere Behandlung oft nicht aus. Die Haut ist ein Spiegel des inneren Gleichgewichts, weshalb Fütterung, Stoffwechsel und Darmgesundheit eine zentrale Rolle spielen. Wer Mauke beim Pferd dauerhaft in den Griff bekommen möchte, sollte deshalb immer auch von innen ansetzen.
Was füttern bei Mauke beim Pferd?
Die Frage nach der Ernährung bei Mauke ist berechtigt, denn ungeeignete Fütterung kann Entzündungsprozesse fördern.
Grundlage sollte ein zucker- und stärkearmes Raufutter in guter Qualität sein. Heu mit hohem Zuckergehalt, starkes Kraftfutter oder viele Leckerlis können den Stoffwechsel belasten und Mauke begünstigen. Bei Mauke ist es sinnvoll, die Fütterung zu vereinfachen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Zusätzlich kann es helfen, entzündungsfördernde Futterbestandteile zu reduzieren und die Versorgung mit Spurenelementen im Blick zu behalten. Ein individuell abgestimmtes Mauke-Pferd-Futter berücksichtigt dabei Alter, Haltung, Arbeitsleistung und eventuelle Vorerkrankungen.
Leber, Darm & Entgiftung unterstützen
Ist der Stoffwechsel überlastet, versucht der Körper, überschüssige Stoffe über die Haut auszuscheiden. In diesem Zusammenhang spielt das Thema Pferd entgiften bei Mauke eine wichtige Rolle.
Die Leber und Nieren sind zentrale Entgiftungsorgane. Unterstützende Maßnahmen können helfen, sie zu entlasten, etwa durch gezielte Fütterungsanpassungen oder ergänzende Produkte wie Ewalia Leber- und Nierensaft, der häufig begleitend bei Mauke eingesetzt wird.
Auch der Darm beeinflusst die Hautgesundheit maßgeblich. Kanne Brottrunk wird von einigen Pferdehaltern genutzt, um die Darmflora zu stabilisieren. Ebenso werden effektive Mikroorganismen eingesetzt, um das Gleichgewicht im Verdauungstrakt zu unterstützen.
Zeolith und Heilerde können im Rahmen einer Kur helfen, Stoffwechselprodukte im Darm zu binden. Sie sollten jedoch zeitlich begrenzt eingesetzt werden, da sie auch Mineralstoffe binden können.
Mineralstoffe & Kräuter bei Mauke
Ein Mangel an bestimmten Mineralstoffen kann die Hautregeneration deutlich beeinträchtigen. Besonders Zink, Schwefel und Silizium spielen eine Rolle für Haut, Fell und Immunsystem.
Viele Pferdehalter fragen sich, welche Kräuter bei Mauke beim Pferd sinnvoll sind. Häufig eingesetzt werden stoffwechselunterstützende Kräuter, die Leber und Hautfunktion begleiten.
Schwefelblüte wird bei Mauke beim Pferd sowohl innerlich als auch äußerlich verwendet, da Schwefel eine wichtige Rolle für Haut und Bindegewebe spielt. Kieselgur liefert Silizium, das die Hautstruktur unterstützen kann, sollte jedoch nur in geeigneter Qualität und Dosierung eingesetzt werden.
Auch hier gilt: Ergänzungen können sinnvoll sein, ersetzen aber keine bedarfsgerechte Grundfütterung. Bei Unsicherheiten oder bestehenden Erkrankungen ist eine Futterberatung oder tierärztliche Begleitung empfehlenswert.
7.Homöopathie & alternative Ansätze bei Mauke
Viele Pferdehalter suchen ergänzend nach sanften Methoden, um Mauke zu lindern. Entsprechend häufig wird nach Mauke beim Pferd homöopathisch behandeln gesucht. Wichtig ist dabei eine sachliche Einordnung: Homöopathische und alternative Ansätze können unterstützend wirken, ersetzen jedoch keine grundlegende Pflege, Ursachenbehandlung oder tierärztliche Therapie bei schweren Verläufen.
Homöopathie bei Mauke beim Pferd
In der Homöopathie wird Mauke nicht als isoliertes Hautproblem betrachtet, sondern im Zusammenhang mit dem gesamten Organismus. Ziel ist es, die Selbstregulation des Körpers zu unterstützen.
Häufig genannte Globuli bei Mauke beim Pferd orientieren sich am Erscheinungsbild der Haut, dem Allgemeinzustand und möglichen Auslösern. Ob und in welchem Umfang homöopathische Mittel helfen, ist individuell sehr unterschiedlich. Wissenschaftliche Belege für eine direkte Wirksamkeit bei Mauke sind begrenzt, weshalb Homöopathie vor allem als begleitende Maßnahme betrachtet werden sollte.
Schüßler-Salze bei Mauke
Auch Schüßler-Salze werden bei Mauke beim Pferd häufig eingesetzt. Sie basieren auf der Annahme, dass Störungen im Mineralstoffhaushalt zur Entstehung von Erkrankungen beitragen können. Je nach Hautzustand und Verdacht auf Mängel werden unterschiedliche Salze empfohlen.
Schüßler-Salze können eine bedarfsgerechte Mineralstoffversorgung nicht ersetzen, werden jedoch von manchen Pferdehaltern unterstützend eingesetzt, insbesondere bei chronischen oder wiederkehrenden Hautproblemen.
Malandrinum bei Mauke
Malandrinum wird in der Homöopathie gelegentlich bei Mauke und anderen chronischen Hautveränderungen erwähnt. Es wird vor allem bei langanhaltenden, immer wiederkehrenden Verläufen eingesetzt. Die Wirkung ist wissenschaftlich nicht belegt und sollte kritisch betrachtet werden.
Sachliche Einordnung alternativer Ansätze
Zusammenfassend gilt: Homöopathische und alternative Mittel können bei Mauke beim Pferd ergänzend eingesetzt werden, insbesondere zur Unterstützung des Allgemeinbefindens oder des Stoffwechsels. Bei akuter, stark entzündeter oder schmerzhafter Mauke sind sie jedoch nicht ausreichend. In solchen Fällen sollten sie nur begleitend und nach Rücksprache mit Tierarzt oder erfahrenem Therapeuten eingesetzt werden.
8.Hausmittel, die häufig empfohlen werden – aber kritisch sind
Im Zusammenhang mit Mauke kursieren viele Hausmittel-Tipps, die gut gemeint sind, jedoch nicht immer sinnvoll oder sogar kontraproduktiv sein können. Eine realistische Einordnung solcher Maßnahmen ist wichtig, um die Haut nicht zusätzlich zu schädigen und Vertrauen in die Behandlung zu schaffen.
Sauerkrautwickel und Sauerkrautumschläge werden bei Mauke beim Pferd gelegentlich empfohlen, da Sauerkraut Milchsäurebakterien enthält. In der Praxis ist der Nutzen jedoch fraglich. Die Säure kann die ohnehin gereizte Haut zusätzlich reizen, und feuchte Umschläge schaffen ein Milieu, das Entzündungen eher fördert als hemmt. Für die Mauke-Behandlung sind Sauerkrautwickel daher nur sehr eingeschränkt und meist nicht empfehlenswert.
Auch Jod und andere aggressive Mittel werden häufig eingesetzt, um Keime abzutöten. Zwar wirken jodhaltige Lösungen antiseptisch, sie trocknen die Haut jedoch stark aus und können die natürliche Hautbarriere nachhaltig schädigen. Bei häufiger Anwendung verzögert sich die Heilung, insbesondere bei empfindlichen oder bereits rissigen Hautstellen.
Ein weiterer häufiger Fehler ist Überpflegung. Tägliches Waschen, ständiges Eincremen und häufige Produktwechsel belasten die Haut unnötig. Mauke profitiert in vielen Fällen mehr von Ruhe, Trockenheit und einer klaren, zurückhaltenden Pflegeroutine als von intensiver Behandlung.
9.Mauke vorbeugen – so kommt sie nicht wieder
Wer Mauke beim Pferd vorbeugen möchte, sollte nicht erst handeln, wenn die Haut bereits entzündet ist. Prävention basiert auf einem Zusammenspiel aus Haltung, Pflege und innerer Stabilität.
Ein gutes Stallmanagement ist die Grundlage. Trockene Liegeflächen, saubere Einstreu und möglichst matschfreie Ausläufe reduzieren die dauerhafte Feuchtigkeitsbelastung der Fesselbeugen erheblich. Besonders in der nasskalten Jahreszeit lohnt es sich, Haltungsbedingungen regelmäßig zu überprüfen.
Die Fesselpflege sollte einfach und konsequent sein. Schmutz wird bei Bedarf entfernt, die Haut gründlich getrocknet und auf unnötige Pflegeprodukte verzichtet. Eine intakte Hautbarriere ist der beste Schutz vor Mauke.
Ebenso wichtig ist es, das Immunsystem des Pferdes zu stärken. Eine bedarfsgerechte Fütterung, ausreichende Bewegung und die Unterstützung von Darm und Stoffwechsel tragen wesentlich dazu bei, dass die Haut widerstandsfähig bleibt.
Nicht zuletzt hilft es, Frühzeichen zu erkennen. Leichte Rötungen, Schuppen oder vermehrte Feuchtigkeit in der Fesselbeuge sollten ernst genommen werden. Wer früh reagiert, kann verhindern, dass sich eine harmlose Hautreizung zu einer hartnäckigen Mauke entwickelt.
10. Wann Hausmittel nicht mehr ausreichen
Hausmittel können bei Mauke beim Pferd in vielen Fällen sinnvoll unterstützen – vor allem in frühen oder milden Stadien. Es gibt jedoch Situationen, in denen eine alleinige Behandlung mit Hausmitteln nicht mehr ausreicht und fachliche Hilfe notwendig wird.
Ein Tierarzt sollte hinzugezogen werden, wenn die Mauke trotz konsequenter Pflege über mehrere Tage keine Besserung zeigt oder sich sogar verschlechtert. Auch starke Schmerzen, deutliche Schwellungen, Lahmheit, nässende oder eitrige Entzündungen sowie Fieber sind klare Tierarztindikationen. In solchen Fällen können bakterielle Infektionen, Pilzbefall oder andere Grunderkrankungen vorliegen, die gezielt behandelt werden müssen.
Bei chronischer oder therapieresistenter Mauke reicht eine rein äußere Behandlung fast nie aus. Verdickte Haut, immer wiederkehrende Schübe oder Formen wie die Buckenthals Mauke deuten häufig auf tieferliegende Ursachen hin, etwa Stoffwechselprobleme, hormonelle Störungen oder eine dauerhaft geschwächte Immunabwehr. Hier sind eine gründliche Diagnostik, gegebenenfalls Laboruntersuchungen und ein individuell abgestimmter Behandlungsplan erforderlich.
FAQ ZUM FESSELTRÄGERSCHADEN & EINSCHLÄFERN
Muss ein Pferd mit Fesselträgerschaden immer eingeschläfert werden?
Nein. Viele Fesselträgerschäden sind behandelbar – vor allem, wenn sie früh erkannt werden und konsequent geschont wird. Ob Einschläfern überhaupt zur Debatte steht, hängt vom Schweregrad, dem Verlauf (akut oder chronisch) und vor allem davon ab, ob dein Pferd wieder dauerhaft schmerzfrei werden kann.
Wann denken Tierärzte bei einem Fesselträgerschaden über Einschläfern nach?
Typischerweise dann, wenn über längere Zeit keine stabile Besserung eintritt, das Pferd dauerhaft lahmt und Schmerzfreiheit nicht mehr erreichbar ist – selbst mit Therapie und Schmerzmanagement. Entscheidend ist immer die Kombination aus Befund, Verlauf und Lebensqualität.
Wie erkenne ich, ob mein Pferd trotz Therapie noch Schmerzen hat?
Hinweise können anhaltende oder wiederkehrende Lahmheit, Schonhaltung, häufiges Umlagern des Gewichts, Schwierigkeiten beim Hinlegen/Aufstehen oder Unruhe sein. Manche Pferde wirken auch „still“ und ziehen sich zurück. Wichtig: Lass Veränderungen immer tierärztlich abklären, denn Schmerz zeigt sich nicht bei jedem Pferd gleich.
Wie lange kann ein Pferd mit schwerem Fesselträgerschaden leben?
Das ist sehr individuell. Manche Pferde kommen als Weidepferd gut zurecht, wenn sie schmerzfrei oder gut schmerzarm sind. Wird der Schaden jedoch chronisch und bleibt das Pferd dauerhaft schmerzhaft eingeschränkt, kann die Lebensqualität stark leiden. Entscheidend ist weniger die „Zeit“, sondern wie gut es deinem Pferd im Alltag geht.
Ist ein Rentnerdasein auf der Weide bei Fesselträgerschaden möglich?
Ja – aber nur, wenn dein Pferd sich auf der Weide überwiegend entspannt und ohne deutliche Schmerzen bewegen kann. Problematisch wird es, wenn die notwendige Bewegung gleichzeitig Schmerzen auslöst oder wenn das Pferd durch Ausrutschen, Toben oder Rangordnungsstress immer wieder Rückfälle erleidet.
Welche Rolle spielt die Bildgebung (Ultraschall/MRT) für die Entscheidung?
Ultraschall und – wenn verfügbar – MRT helfen, Ausmaß und Strukturveränderungen am Fesselträger besser zu beurteilen. Gerade bei chronischen Verläufen kann man so einschätzen, ob noch Heilungspotenzial besteht oder ob bereits starke Vernarbungen vorliegen. Die Bildgebung ist ein wichtiger Baustein, ersetzt aber nicht den Blick auf Schmerzen und Lebensqualität.
Was bedeutet „chronischer“ Fesselträgerschaden – und warum ist das so schwierig?
Chronisch bedeutet: Die Beschwerden bestehen lange oder kehren immer wieder zurück. Das Gewebe kann vernarben und an Elastizität verlieren. Dadurch wird der Fesselträger weniger belastbar, Rückfälle sind wahrscheinlicher und manche Pferde werden nicht mehr dauerhaft schmerzfrei – selbst wenn sie nicht geritten werden.
Kann man Schmerzen dauerhaft mit Medikamenten „wegtherapieren“?
Man kann Schmerzen oft vorübergehend lindern, aber eine dauerhafte Schmerzfreiheit ist nicht immer erreichbar – und langfristige Schmerzmedikation ist nicht für jedes Pferd eine gute Lösung. Wenn ein Pferd nur mit starken oder dauerhaft notwendigen Schmerzmitteln „funktioniert“, sollte das offen mit dem Tierarzt besprochen werden.
Woran merke ich, dass die Lebensqualität meines Pferdes leidet?
Achte auf grundlegende Dinge: frisst dein Pferd normal, ruht es entspannt, bewegt es sich freiwillig, hat es Interesse an der Umgebung und am Sozialkontakt? Warnsignale sind Rückzug, ständige Unruhe, häufiges Entlasten, Probleme beim Liegen/Wälzen oder deutlich gereiztes Verhalten. Ein „Tagebuch“ über gute und schlechte Tage kann bei der Einschätzung helfen.
Ist Einschläfern bei Fesselträgerschaden „Aufgeben“?
Nein. Wenn medizinisch keine realistische Aussicht auf Schmerzfreiheit besteht und dein Pferd im Alltag leidet, kann Einschläzerfen ein Akt der Fürsorge sein. Du triffst dann keine Entscheidung gegen dein Pferd, sondern für sein Wohl – so schwer sich das auch anfühlt.
Wie kann ein würdevoller Abschied aussehen?
Ein würdevoller Abschied bedeutet vor allem: so ruhig und stressarm wie möglich. Viele Besitzer wählen eine vertraute Umgebung, einen Tierarzt, dem sie vertrauen, und planen genug Zeit ein. Sprich im Vorfeld alle Fragen durch (Ablauf, Sedierung, Ort, Organisation danach), damit du in diesem Moment nicht allein mit Unsicherheiten bist.
11. Fazit
Mauke beim Pferd ist eine komplexe Hauterkrankung, die selten nur eine einzige Ursache hat. Hausmittel können wertvolle Dienste leisten, wenn sie gezielt, maßvoll und stadiengerecht eingesetzt werden. Entscheidend für nachhaltigen Erfolg ist jedoch ein ganzheitlicher Ansatz aus schonender Pflege, trockener Haltung, angepasster Fütterung und Unterstützung von Stoffwechsel und Immunsystem. Wer früh reagiert, Ursachen ernst nimmt und bei Bedarf tierärztliche Hilfe einbindet, hat die besten Chancen, Mauke dauerhaft in den Griff zu bekommen und Rückfällen vorzubeugen.
