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6 Min. Lesezeit

Sucrabest beim Pferd: Dosierung, Fütterung und Anwendung

Beim Tierarzt klang noch alles klar: Sucrabest gegen die Magenprobleme. Zu Hause im Stall stehst du dann mit der Packung in der Hand – und auf einmal bleibt mehr offen, als in der Sprechstunde Zeit war. Wie viel? Vor oder nach dem Füttern? Und wie lange überhaupt?

Sucrabest enthält den Wirkstoff Sucralfat. Der legt sich wie ein Schutzfilm über gereizte Stellen der Magenschleimhaut und schirmt sie gegen die Magensäure ab, damit der Magen zur Ruhe kommt und heilen kann. Wie gut das gelingt, hängt dabei weniger vom Mittel selbst ab als davon, wie und wann du es gibst.

Und genau hier liegt der wichtigste Punkt: Damit der Schutzfilm gut entstehen und haften kann, gibt man Sucralfat meist nüchtern, mit etwas Abstand zum Füttern und nicht direkt zusammen mit anderen Medikamenten. Wie viel dein Pferd braucht und wie lange, legt immer der Tierarzt fest – abhängig von Gewicht, Diagnose und der restlichen Behandlung.

Pferd mit Frau, die Sucrabest erwägt

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

Was ist Sucrabest – und wann wird es beim Pferd eingesetzt?

Der Wirkstoff in Sucrabest heißt Sucralfat – eine Verbindung aus Zucker und Aluminium. Das Besondere: Erst im sauren Magen verwandelt er sich in eine zähe, klebrige Schutzschicht, die sich gezielt auf die gereizten oder verletzten Stellen der Schleimhaut legt. Dort wirkt sie nicht nur gegen die Magensäure, sondern auch gegen das Verdauungsenzym Pepsin und gegen Gallensäuren. Ohne das saure Milieu bildet sich diese Schicht aber gar nicht erst – und genau deshalb kommt es so auf die richtige Gabe an.

 

Beim Pferd wird Sucrabest vor allem bei Magengeschwüren und gereizter Magenschleimhaut eingesetzt. Wo das Problem sitzt, macht dabei einen Unterschied: im oberen, empfindlichen Bereich oder unten im drüsenreichen Teil des Magens. Gerade bei Geschwüren im drüsenreichen Teil wird Sucralfat häufig zusätzlich zu einem Säureblocker wie Omeprazol gegeben – beide wirken unterschiedlich: Das eine drosselt die Säure, das andere schützt die wunde Stelle direkt.

Tierarzt mit Sucrabest für Pferde

Sucrabest Pferd Dosierung – wie viel ist üblich?

Die ehrliche Antwort vorweg: Eine feste Menge, die für jedes Pferd passt, gibt es nicht. Wie viel dein Pferd bekommt, hängt von vier Dingen ab – vom Gewicht, von der Diagnose, vom Schweregrad und davon, welche anderen Medikamente parallel laufen.

 

Zur Orientierung helfen die Angaben aus der tiermedizinischen Datenbank Vetpharm (CliniPharm, Universität Zürich). Dort werden für ausgewachsene Pferde und Ponys bei Magengeschwüren rund 12 bis 20 mg Sucralfat pro Kilogramm Körpergewicht alle 8 Stunden genannt. Bekommt das Pferd zusätzlich einen Säureblocker, wird ein etwas anderes Schema mit 22 mg/kg alle 6 bis 8 Stunden aufgeführt. Diese Werte sind ein Anhaltspunkt, kein Rezept – die genaue Menge, Häufigkeit und Dauer legt immer der Tierarzt fest.

 

Wichtig ist dabei vor allem der Rhythmus. „Alle 8 Stunden“ bedeutet etwa dreimal am Tag, mit Säureblocker eher drei- bis viermal. Genau das ist der Grund, warum die oft gelesene Faustregel „zweimal täglich“ meist zu kurz greift. Die Schutzschicht aus Sucralfat hält nämlich nicht den ganzen Tag – sie haftet einige Stunden auf der wunden Stelle und löst sich dann nach und nach wieder ab. Damit der Magen durchgehend geschützt bleibt, wird Sucrabest über den Tag verteilt gegeben, nicht in zwei großen Portionen.

Frage Kurze Antwort
Wer legt die Dosis fest? Immer der Tierarzt
Wovon hängt sie ab? Gewicht, Diagnose, Schweregrad und andere Medikamente
Wie oft am Tag? Über den Tag verteilt – die genaue Häufigkeit bestimmt der Tierarzt
Darf ich selbst dosieren? Nein – stimmt die Menge oder der Abstand nicht, leidet die Wirkung

Bei der Menge kommt es außerdem auf die Form an. Bei Tabletten steht der Sucralfat-Gehalt pro Tablette auf der Packung – daraus lässt sich die nötige Anzahl genau ausrechnen. Beim Granulat richtest du dich nach der Portionierung auf der Verpackung. Wichtig ist in beiden Fällen, dass dein Pferd die ganze Dosis aufnimmt, sonst fehlt am Ende ein Teil des Schutzes.

Wie du Sucrabest dann praktisch eingibst – nüchtern, angerührt mit Wasser und mit Abstand zu anderen Medikamenten – liest du gleich im nächsten Abschnitt

Sucrabest Pferd – wie füttern: nüchtern, mit Wasser oder im Futter?

Bei Sucrabest entscheidet die richtige Eingabe fast genauso über die Wirkung wie die Dosis. Der Grund steckt im Wirkprinzip: Sucralfat verwandelt sich nur im sauren, möglichst leeren Magen in die schützende Schicht. Landet es dagegen mitten in einer großen Futterration, verteilt es sich im Futterbrei, statt sich gezielt auf die wunden Stellen zu legen. Deshalb gibt man Sucrabest beim Pferd am besten nüchtern – also vor dem Füttern, nicht mittendrin.

 

So gehst du praktisch vor: Tabletten zerkleinerst du fein und rührst sie mit etwas lauwarmem Wasser zu einer dünnflüssigen Aufschwemmung an. Die ziehst du in eine Maulspritze auf und gibst sie seitlich ins Maul. Granulat dosierst du nach der Portionierung auf der Verpackung. Wichtig ist in beiden Fällen nur eins: dass die komplette Menge ankommt. Bleibt die Hälfte am Trog oder im Eimer kleben, fehlt genau dieser Teil später als Schutz.

 

Zwischen Sucrabest und anderen Medikamenten solltest du außerdem einen zeitlichen Abstand lassen. Sucralfat kann andere Wirkstoffe an sich binden und so ihre Aufnahme im Darm bremsen – gibst du beides gleichzeitig, wirkt das andere Mittel womöglich schlechter. In welcher Reihenfolge und mit welchem Abstand, hängt von der übrigen Medikation ab; das legt am besten dein Tierarzt fest.

 

Genau diese Frage taucht auch in Pferdeforen immer wieder auf: ob man Sucrabest besser ohne Futter und direkt per Spritze gibt. Die kurze Antwort lautet ja – nüchtern und gespritzt ist meist der sicherste Weg, weil so die volle Menge an der richtigen Stelle ankommt. Verweigert dein Pferd die Eingabe komplett, misch es nicht einfach unter eine große Futterration. Sprich lieber mit deinem Tierarzt ab, ob eine kleine Portion Mash als Träger in Frage kommt. Eine kleine Menge ist meist okay, eine volle Futterschüssel hebt den Effekt weitgehend auf.

Sucrabest und Omeprazol zusammen geben?

Viele Pferde bekommen beides gleichzeitig – und das ergibt Sinn, weil die zwei Mittel an unterschiedlichen Stellen ansetzen: Omeprazol drosselt die Magensäure, Sucralfat legt sich schützend auf die wunden Stellen. Der Haken ist das Timing. Sucralfat braucht ja gerade die Säure, um sich in die Schutzschicht zu verwandeln – und Omeprazol senkt genau diese Säure.

 

Gibt man beides im selben Moment, können sie sich gegenseitig ausbremsen. Deshalb werden sie in der Regel zeitlich versetzt verabreicht. Wie Abstand und Reihenfolge im Einzelfall aussehen, entscheidet dein Tierarzt und stimmt es auf den Behandlungsplan deines Pferdes ab.

Wie lange gibt man Sucrabest – und muss man ausschleichen?

Wie lange Sucrabest gegeben wird, lässt sich nicht pauschal sagen. Es hängt von der Diagnose, vom Schweregrad und vor allem davon ab, wie gut der Magen auf die Behandlung anspricht. Bei Magengeschwüren zieht sich die Therapie meist über mehrere Wochen, nicht nur über ein paar Tage – die gereizte Schleimhaut braucht Zeit zum Abheilen. Den genauen Zeitraum legt der Tierarzt fest, und ob die Behandlung wirklich beendet werden kann, zeigt am sichersten eine Nachkontrolle, oft per Magenspiegelung (Gastroskopie).

 

Der häufigste Fehler ist, zu früh aufzuhören. Wenn dein Pferd wieder frisst und munterer wirkt, heißt das noch nicht, dass die Geschwüre verheilt sind – die Beschwerden lassen oft nach, bevor die Schleimhaut komplett wiederhergestellt ist. Setzt du Sucrabest dann eigenmächtig ab, riskierst du einen Rückfall. Deshalb gilt: nicht nach Gefühl beenden, sondern nach Plan.

Muss man Sucrabest beim Pferd ausschleichen?

Anders als bei einem Säureblocker wie Omeprazol gibt es bei Sucralfat nicht den klassischen Rebound-Effekt. Der Grund liegt im Wirkprinzip: Sucralfat senkt die Magensäure gar nicht, es bildet nur eine schützende Schicht. Bei Säureblockern kann der Körper nach dem Absetzen dagegen kurzzeitig vermehrt Säure produzieren – deshalb werden gerade diese Mittel manchmal langsam reduziert. Diesen Mechanismus hat Sucralfat nicht.

 

Trotzdem solltest du Sucrabest nicht ohne Rücksprache von einem Tag auf den anderen weglassen. Wichtiger als die Frage „ausschleichen oder nicht“ ist hier, dass die Behandlung erst dann endet, wenn der Magen wirklich zur Ruhe gekommen ist. Wie das Ende konkret aussieht – direktes Absetzen oder schrittweises Reduzieren, und ob parallel ein Säureblocker mit heruntergefahren wird –, entscheidet dein Tierarzt anhand des Befunds.

Sucrabest Pferd – Nebenwirkungen und Verträglichkeit

Die gute Nachricht zuerst: Die meisten Pferde vertragen Sucrabest gut. Sucralfat wird kaum über den Darm ins Blut aufgenommen, sondern bleibt fast vollständig dort, wo es wirken soll – im Magen. Schon allein deshalb sind echte Nebenwirkungen eher die Ausnahme als die Regel.

 

Die bekannteste ist Verstopfung. Sie hängt mit dem Aluminium-Anteil im Wirkstoff zusammen, der den Kot fester werden lassen kann. Bei den meisten Pferden bleibt das unauffällig, gerade wenn sie genug trinken und ausreichend Raufutter bekommen. Behalte den Kotabsatz während der Behandlung trotzdem im Blick. Wird der Kot deutlich trockener, fällt die Menge ab oder bleibt er ganz aus, solltest du das ernst nehmen – beim Pferd kann sich aus einer hartnäckigen Verstopfung eine Kolik entwickeln.

 

Ein zweiter Punkt ist streng genommen keine Nebenwirkung, sondern eine Wechselwirkung, aber genauso wichtig: Sucralfat kann andere Medikamente an sich binden und ihre Aufnahme verringern.

 

Den Tierarzt solltest du einschalten, wenn sich die Magenprobleme trotz Behandlung nicht bessern oder sogar verschlechtern, wenn dein Pferd schlechter frisst oder sich im Verhalten verändert, oder wenn du die genannten Anzeichen einer Verstopfung bemerkst. Und ganz grundsätzlich gilt auch hier: Verträgt dein Pferd das Mittel scheinbar schlecht, setz es nicht einfach selbst ab, sondern besprich das Vorgehen mit deinem Tierarzt.


 

Was kostet Sucrabest fürs Pferd?

Eine feste Monatssumme lässt sich kaum nennen – dafür spielen zu viele Faktoren mit: das Gewicht deines Pferdes, die verordnete Dosis, die Form (Tabletten oder Granulat), die Packungsgröße und die Dauer der Kur. Den größten Hebel hat das Gewicht, denn ein Großpferd braucht ein Vielfaches der Menge eines Ponys.

 

Damit du ein Gefühl für die Größenordnung bekommst, hier eine Beispielrechnung für ein 600 kg schweres Pferd bei 20 mg/kg alle 8 Stunden. Das sind 12 g Sucralfat pro Gabe und damit 36 g am Tag. Über vier Wochen (28 Tage) kommen so rund 1.008 g zusammen – bei Tabletten oder Beuteln à 1 g entspricht das etwa 1.008 Stück. Genau diese Mengen sind der Grund, warum eine Magenkur beim Pferd schnell ins Geld geht.

 

 

In Euro hängt es an Packungsgröße und Preis. Online-Apotheken führten Sucrabest im Juni 2026 je nach Packung bei etwa 41,00 € für 100 Tabletten à 1 g und 26,72 € für 50 Beutel à 1 g. Für die 1.008 g aus dem Beispiel brauchst du damit entweder 11 der 100er-Packungen – rund 451,00 € – oder 21 der 50er-Packungen, rund 561,12 €.

Beispielkosten: 600-kg-Pferd, 4-Wochen-Kur

20 mg/kg alle 8 Std. → 36 g pro Tag → ca. 1.008 g Sucralfat über 28 Tage

Packung Benötigt Gesamtkosten
100 Tabletten à 1 g (41,00 €) 11 Packungen ca. 451 €
50 Beutel à 1 g (26,72 €) 21 Packungen ca. 561 €

Preise Stand Juni 2026 (Online-Apotheken). Je nach Apotheke, Rezept, Packungsgröße und Verfügbarkeit abweichend.

Beachte aber: Das ist ein Rechenbeispiel, kein Festpreis. Je nach Apotheke, Rezept, Packungsgröße und Verfügbarkeit kann es spürbar abweichen. Und weil Sucrabest ein rezeptpflichtiges Humanarzneimittel ist, läuft die Anwendung beim Pferd ohnehin über den Tierarzt – dazu mehr im nächsten Abschnitt.

Sucrabest fürs Pferd ohne Rezept – geht das?

Die kurze Antwort: Der sinnvolle Weg führt über den Tierarzt. Sucrabest ist ein Humanarzneimittel mit dem Wirkstoff Sucralfat – kein frei verkäufliches Ergänzungsfuttermittel aus dem Reitsporthandel. Für den Einsatz beim Pferd ist die sogenannte Umwidmung entscheidend: Ein für Menschen zugelassenes Mittel darf der Tierarzt für das Tier verordnen, wenn kein passendes Tierarzneimittel zur Verfügung steht. Die Anwendung am Pferd läuft also über die tierärztliche Entscheidung – nicht über den eigenen Verdacht und den schnellen Klick im Online-Shop.

 

Beim Pferd kommt außerdem der Equidenpass ins Spiel. In der EU gelten Pferde grundsätzlich zunächst als lebensmittelliefernde Tiere – solange im Equidenpass nichts anderes festgehalten ist. Vor einer Medikamentengabe muss der Tierarzt deshalb prüfen, ob der Wirkstoff für den eingetragenen Status deines Pferdes zulässig ist und was dabei dokumentiert werden muss. Auch deshalb gehört die Gabe von Sucrabest beim Pferd in tierärztliche Hand.

 

Wichtiger als die Frage „mit oder ohne Rezept“ ist aber etwas anderes: Magenprobleme sieht man dem Pferd von außen nicht an. Ob wirklich Geschwüre dahinterstecken, wo sie sitzen und ob Sucralfat überhaupt das passende Mittel ist – oder eher ein Säureblocker, oder beides zusammen –, lässt sich seriös nur über eine Untersuchung klären, meist eine Magenspiegelung. Gibst du auf gut Glück ein Magenmittel, behandelst du womöglich das Falsche und verlierst Zeit, in der sich echte Geschwüre weiter verschlimmern.

 

Dass du nach einer Abkürzung suchst, ist verständlich – eine Magenkur ist teuer, und der Tierarzttermin kommt obendrauf. Gerade beim Magen rechnet sich die Abkürzung aber selten: ohne Diagnose kein gezielter Plan, ohne Plan oft kein dauerhafter Erfolg. Das Geld für die Untersuchung ist hier meist die bessere Investition als ein Mittel, das vielleicht am eigentlichen Problem vorbeigeht.

 

 

Wenn hinter dem Stichwort „ohne Rezept“ eigentlich die Suche nach günstigeren oder natürlicheren Optionen steckt, lohnt der Blick auf die ganze Bandbreite der Magenbehandlung – von Omeprazol über das Fütterungs- und Haltungsmanagement bis zu unterstützenden Maßnahmen.

Sucrabest und Doping – was gilt im Turniersport?

Ein pauschales Ja oder Nein gibt es hier nicht – und genau das ist die wichtigste Information. Ob du dein Pferd mit Sucrabest im Körper an den Start bringen darfst, hängt vom Regelwerk und von der Wettkampfebene ab. Verlass dich deshalb nicht auf Foren-Aussagen oder ein „das ist doch harmlos“, sondern kläre den konkreten Fall vor dem Turnier mit deinem Tierarzt und über die offizielle Datenbank des zuständigen Verbands.

 

Im deutschen Turniersport gilt das Regelwerk der FN, international das der FEI – und beide können sich unterscheiden. Dabei geht oft eine Unterscheidung unter: Es geht nicht nur um „Doping“ im engen Sinn. Auch ganz normale Arznei-Wirkstoffe zählen während eines Turniers als unerlaubte Medikation und unterliegen Karenzzeiten – also Fristen, die zwischen der letzten Gabe und dem Start liegen müssen. Ein Mittel kann medizinisch völlig in Ordnung sein und trotzdem dazu führen, dass dein Pferd zu kurz nach der Behandlung nicht starten darf.

 

Dazu kommt: Diese Listen arbeiten teils mit Wirkstoffklassen und Methoden, nicht nur mit einzeln aufgezählten Substanzen. Aus „mein Mittel steht nicht namentlich auf der Liste“ lässt sich deshalb nicht sicher schließen, dass es erlaubt ist. Genau hier kommt im Netz manche zu schnelle Entwarnung zustande. Verlässlich ist nur der Blick in die aktuelle Substanz- beziehungsweise Medikationsliste des jeweiligen Verbands – und die ändert sich von Zeit zu Zeit.

 

Praktisch heißt das: Steht ein Turnier an und dein Pferd bekommt oder bekam Sucrabest, prüfe rechtzeitig die aktuelle Einstufung und die Karenzzeit für den Wirkstoff – in der offiziellen Datenbank und gemeinsam mit deinem Tierarzt. Plane dabei vom Starttag zurück, denn Karenzzeiten können mehrere Tage betragen. Und brich eine laufende Magenbehandlung nicht vorschnell ab, nur um starten zu können: Ob Start oder Heilung Vorrang hat, entscheidest du am besten mit dem Tierarzt. Läuft dein Pferd gar nicht im Turniersport, ist das Thema für dich ohnehin nicht relevant.

Frau mit Pferd bei Turnier

Erfahrungen mit Sucrabest beim Pferd

Wenn du nach Erfahrungen suchst, merkst du schnell: Sie gehen weit auseinander. Bei manchen Pferden beruhigt sich der Magen unter Sucralfat – oft zusammen mit einem Säureblocker – spürbar, das Pferd frisst wieder besser und wirkt ausgeglichener. Bei anderen bessert sich nur ein Teil der Beschwerden, und wieder andere sehen kaum eine Veränderung.

 

 

Wie ein solcher Teilerfolg aussehen kann, beschreibt diese Schilderung aus einem Pferdeforum:

„Bei meiner Stute Bella fing es im Frühjahr an. Über mehrere Wochen zeigte sie Symptome, mit denen ich erst gar nichts anfangen konnte – irgendetwas stimmte nicht, nur was, war lange unklar. Mit der Zeit wurde das Bild eindeutiger und deutete klar auf ein Magengeschwür hin. Der Tierarzt behandelte sie dann mit Omeprazol und Sucrabest, und tatsächlich wurde es spürbar besser. Ganz weg waren die Beschwerden am Ende der Behandlung aber nicht. Am Bauch blieb sie empfindlich, und sobald ich mit der Putzbürste in die Nähe kam, wich sie aus. Für mich das Zeichen, dass wir noch nicht ganz durch waren.“

 

(Quelle: schaette-pferd.de/ratgeber/dank-gastrosan-blieben-uns-viele-sorgen-erspart)

Nicht immer stellt sich überhaupt eine Besserung ein. Ein anderer Pferdebesitzer hat genau das erlebt:

„Mein Pferd Cassian hat Medikamente bekommen, die Omeprazol und Sucrabest enthalten. Ich habe diese Behandlung über einen Zeitraum von vier Wochen durchgeführt und anschließend eine Gastroskopie zur Nachuntersuchung durchgeführt. Leider zeigte die Gastroskopie keinerlei Verbesserung. Angesichts dieser Situation habe ich begonnen, Alternativen zu recherchieren. Ich war nicht länger bereit, teure Medikamente zu verabreichen, die keine spürbare Verbesserung bewirken.“

 

Michael, Nutzer in einem Pferdeforum

Dass die Erfahrungen so unterschiedlich ausfallen, hat einen nachvollziehbaren Grund: Magengeschwür ist nicht gleich Magengeschwür. Sucralfat legt sich schützend auf die gereizten Stellen – wo das Problem genau sitzt und was es ausgelöst hat, entscheidet aber mit darüber, wie gut das anschlägt. Bleibt die eigentliche Ursache bestehen, etwa Dauerstress, zu lange Fresspausen oder ein ungünstiges Futtermanagement, kann auch das beste Medikament nur begrenzt etwas ausrichten.

 

 

Beide Berichte sind dabei kein Urteil über das Mittel an sich – ein einzelner Verlauf sagt wenig darüber aus, wie Sucralfat bei deinem Pferd wirkt. Was sich aber aus beiden mitnehmen lässt: Wenn eine Magenkur trotz konsequenter Gabe nicht oder nur teilweise anschlägt, lohnt der Schritt zurück zur Diagnose. Vielleicht sitzt das Problem woanders, vielleicht braucht es einen anderen Ansatz – oder es muss zuerst an Fütterung und Haltung etwas geändert werden. Welche Optionen es neben Sucrabest gibt, liest du im nächsten Abschnitt.

Alternativen und ergänzende Maßnahmen

Wer nach Alternativen zu Sucrabest sucht, meint meist eine von drei Sachen: ein anderes, vielleicht wirksameres Medikament, einen günstigeren Weg oder eine natürliche Lösung ganz ohne Arzneimittel. Bevor es um die einzelnen Optionen geht, der wichtigste Satz vorweg: Was „stattdessen“ wirklich hilft, hängt davon ab, was beim Pferd los ist – und wo. Sucralfat ist selten eine Solo-Behandlung, sondern fast immer Teil eines größeren Plans. Ein Mittel auszutauschen, ohne die Ursache zu kennen, führt deshalb selten weiter.

Medikamentöse Alternativen: Omeprazol und Gastrogard

Das meistgenutzte Magenmittel beim Pferd ist nicht Sucralfat, sondern Omeprazol – bekannt vor allem als Gastrogard. Es wirkt grundlegend anders: Omeprazol drosselt die Magensäure direkt an der Quelle, sodass die Geschwüre abheilen können. Sucralfat senkt die Säure dagegen nicht, es legt nur eine Schutzschicht über die wunden Stellen. Genau deshalb ist Sucralfat auch kein echter Ersatz für Omeprazol, sondern oft die Ergänzung dazu – beide werden in vielen Fällen kombiniert. Wenn dein Tierarzt also „statt Sucrabest“ zu Omeprazol greift oder umgekehrt, steckt dahinter meist nicht „besser oder schlechter“, sondern die Entscheidung für den passenden Wirkmechanismus.

Bei bestimmten, hartnäckigen Geschwüren im Drüsenmagen ziehen manche Tierärzte zusätzlich weitere Wirkstoffe heran, etwa Misoprostol. Das gehört aber klar in tierärztliche Hand und ist nichts, was du selbst dazugibst oder über das Internet besorgst.

CBD Öl als natürliche Unterstützung

CBD (Cannabidiol) ist der nicht berauschende Wirkstoff aus der Hanfpflanze und taucht beim Thema Magen immer wieder als natürliche Option auf. Denn CBD wirkt im Körper auf das sogenannte Endocannabinoid-System – ein Regelsystem, das unter anderem an Entzündungsprozessen, am Schmerzempfinden und an der Stressverarbeitung beteiligt ist. In Labor- und Tierstudien, überwiegend an anderen Tierarten, hat CBD entzündungshemmende Eigenschaften gezeigt. Genau hier setzt das Interesse an: Wo gereizte, entzündete Schleimhäute im Spiel sind, liegt der Gedanke nahe, dass ein entzündungshemmender Stoff unterstützen könnte. Auch ein dämpfender Effekt auf die Magensäure wird in der Forschung diskutiert. Beim Pferd und speziell bei Magengeschwüren steht der Nachweis bislang allerdings aus. Die genannten Effekte stammen größtenteils aus dem Labor oder aus Studien an anderen Tierarten und lassen sich nicht einfach auf den Pferdemagen übertragen.

 

 

Wo CBD vor allem einen nachvollziehbaren Platz hat, ist das Thema Stress. Anspannung kann den Magen zusätzlich belasten, und ein ausgeglichenes Pferd tut sich hier leichter. Viele Studien deuten darauf hin, dass CBD entspannende und beruhigende Eigenschaften hat. Wenn du es bei einem nervösen Pferd ausprobieren möchtest, dann als möglichen Baustein beim Stressthema – nicht als Magenmittel, und am besten in Absprache mit deinem Tierarzt.

Der unterschätzte Hebel: Fütterung und Haltung

Die ehrlichste „natürliche Alternative“ ist keine Flasche und keine Globuli, sondern der Alltag deines Pferdes. Der Pferdemagen produziert nämlich rund um die Uhr Säure – auch dann, wenn gerade nichts im Magen ist. Lange Fresspausen sind deshalb problematisch: Fehlt das Raufutter, das die Säure abpuffert, greift sie die Schleimhaut direkt an. Was wirklich etwas bringt, ist entsprechend unspektakulär, aber wirksam: viel Raufutter mit möglichst kurzen Pausen, eher kraftfutterarme Rationen statt großer Getreidemengen, vor der Arbeit eine Handvoll Heu, damit nicht auf leeren Magen geritten wird, und so wenig Dauerstress wie möglich – über Weidegang, Sozialkontakt und feste Abläufe.


Bei bestehenden Geschwüren ersetzen diese Punkte keine Behandlung. Aber sie sind die Basis, ohne die jedes Medikament nur ein Pflaster bleibt – und genau der Grund, warum Magenkuren ohne Änderung im Management so oft nicht halten.

ECEIM Consensus Statement: Equine Gastric Ulcer Syndrome in Adult Horses
Quelle für EGUS-Grundlagen, Unterscheidung zwischen squamous/glandular ulcers, Diagnose per Gastroskopie, Therapieprinzipien und Management
Vetpharm / CliniPharm UZH: Sucralfat – Dosierungen
Stützt nüchterne Gabe, Abstand zu anderen Medikamenten, mehrmalige Gabe pro Tag und Aufschwemmen mit Wasser
Recommendations for the management of equine glandular gastric disease
Erwähnt, dass Misoprostol in einer Studie bessere Heilungsraten zeigte als Omeprazol + Sucralfat
FN: ADMR-Suchmaschine / Anti-Doping und Medikation im Pferdesport
Die FN beschreibt die ADMR als verbindliche Grundlage für Anti-Doping und Medikationskontrollen im nationalen Pferdesport

FAQ - Häufige Fragen zu Sucrabest für Pferde

Das richtet sich nach Gewicht, Diagnose und Begleitmedikation und gehört in die Hand des Tierarztes. Zur Orientierung nennen Fachquellen bei Magengeschwüren rund 12–20 mg Sucralfat pro Kilogramm alle 8 Stunden, mit zusätzlichem Säureblocker auch 22 mg/kg alle 6–8 Stunden. Die oft gelesene Faustregel „zweimal täglich" reicht meist nicht – die Schutzschicht hält nur einige Stunden.
Am besten vor dem Füttern, auf möglichst leeren Magen. Sucralfat braucht die Magensäure, um sich in die schützende Schicht zu verwandeln – landet es mitten in einer großen Ration, verteilt es sich nur im Futterbrei. Eine kleine Menge Mash als Träger ist okay, eine volle Schüssel hebt den Effekt weitgehend auf.
Das Granulat dosierst du nach der Portionierung auf der Verpackung und gibst es nüchtern – am besten direkt ins Maul oder mit einer minimalen Menge Mash als Träger. Wichtig ist nur, dass die komplette Menge ankommt: Bleibt etwas im Trog zurück, fehlt genau dieser Teil später als Schutz für die Schleimhaut.
Viele Pferde bekommen beides, weil es unterschiedlich wirkt: Omeprazol senkt die Säure, Sucralfat schützt die wunde Stelle. Der Haken ist das Timing – Sucralfat braucht ja die Säure, die Omeprazol gerade drosselt. Deshalb gibt man beide zeitlich versetzt. Den genauen Abstand und die Reihenfolge legt dein Tierarzt fest.
Die Schutzschicht bildet sich schnell – schon kurz nach der Gabe legt sich Sucralfat über die gereizten Stellen. Bis Geschwüre wirklich abheilen, vergehen aber meist mehrere Wochen. Eine rasche Verhaltensbesserung heißt also nicht, dass der Magen schon verheilt ist. Genau deshalb solltest du die Behandlung nicht zu früh beenden.
So lange, wie der Tierarzt es ansetzt – bei Magengeschwüren meist über mehrere Wochen, nicht nur ein paar Tage. Entscheidend ist nicht das Gefühl, sondern der Befund: Ob die Behandlung beendet werden kann, zeigt am sichersten eine Nachkontrolle, oft per Magenspiegelung. Setz das Mittel nicht eigenmächtig ab.
Anders als ein Säureblocker hat Sucralfat keinen klassischen Rebound-Effekt – es senkt die Säure ja gar nicht, sondern bildet nur eine Schutzschicht. Ein langsames Ausschleichen ist deshalb meist nicht nötig. Trotzdem solltest du nicht eigenmächtig absetzen: Wann und wie die Kur endet, entscheidet der Tierarzt anhand des Befunds.
Die meisten Pferde vertragen Sucrabest gut, da der Wirkstoff kaum ins Blut übergeht. Die bekannteste mögliche Nebenwirkung ist Verstopfung, bedingt durch den Aluminium-Anteil. Behalte den Kotabsatz im Blick und melde dich beim Tierarzt, wenn der Kot deutlich trockener wird, die Menge abfällt oder ganz ausbleibt.
Das hängt stark vom Gewicht ab. Für ein 600 kg schweres Pferd kommen bei üblicher Dosierung über vier Wochen schnell rund 450 bis 560 Euro zusammen – Stand Juni 2026, je nach Packungsgröße und Apotheke. Bei einem Pony fällt es deutlich geringer aus. Eine Magenkur ist also kein kleiner Posten.
Das lässt sich nicht pauschal beantworten – es hängt vom Regelwerk (FN, FEI) und der Wettkampfebene ab. Auch normale Arzneimittel unterliegen im Turnier Karenzzeiten. Aus „steht nicht namentlich auf der Liste" folgt nicht automatisch „erlaubt". Prüfe vor dem Start die aktuelle Medikationsliste des Verbands, gemeinsam mit deinem Tierarzt.
Sucrabest ist ein Humanarzneimittel mit dem Wirkstoff Sucralfat, kein frei verkäufliches Ergänzungsfutter. Für den Einsatz beim Pferd ist die tierärztliche Umwidmung entscheidend – der Weg führt also über den Tierarzt. Wichtiger als die Rezeptfrage: Magenprobleme gehören erst diagnostiziert, sonst behandelst du womöglich am eigentlichen Problem vorbei.
Die wirksamste „natürliche" Maßnahme ist kein Mittel, sondern das Management: viel Raufutter, kurze Fresspausen, wenig Stress und vor der Arbeit etwas Heu. Das ersetzt bei bestehenden Geschwüren keine Behandlung, ist aber die Basis, ohne die jede Kur wackelt. Für CBD gegen Magengeschwüre fehlen dagegen belastbare Belege.
Fazit

Sucrabest mit dem Wirkstoff Sucralfat ist ein bewährter Magenschutz fürs Pferd – aber kein Mittel, das man nebenbei verabreicht. Es legt sich wie eine Schutzschicht über die gereizten Stellen und gibt der Schleimhaut Ruhe zum Heilen. Damit das funktioniert, kommt es auf zwei Dinge an, die im Stallalltag leicht untergehen: nüchtern geben, mit Abstand zu anderen Medikamenten, und über den Tag verteilt statt nur zweimal. Genau hier entscheidet sich oft, ob die Kur etwas bringt.

 

Ebenso wichtig ist die ehrliche Erwartung. Sucralfat ist selten eine Solo-Lösung, sondern fast immer Teil eines größeren Plans – häufig zusammen mit einem Säureblocker wie Omeprazol und immer auf Basis einer klaren Diagnose. Wenn eine Behandlung trotz konsequenter Gabe nicht anschlägt, ist das kein Grund, das Mittel zu verteufeln, sondern das Signal, noch einmal genauer hinzuschauen: Sitzt das Problem woanders? Stimmt das Management aus Fütterung, Fresspausen und Stress?

 

 

Unterm Strich gilt für Sucrabest dasselbe wie für jede Magenbehandlung beim Pferd: Das beste Ergebnis kommt aus dem Zusammenspiel von richtiger Diagnose, passendem Mittel in der richtigen Anwendung und einem Alltag, der dem Magen guttut. Welcher Weg für dein Pferd der richtige ist, entscheidest du am besten gemeinsam mit deinem Tierarzt – er bleibt bei Dosierung, Dauer und Begleitmedikation der wichtigste Ansprechpartner.

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Über den Autor
Dominik Martzy, BA
Tiergesundheit · Ernährung · Naturheilmittel

Dominik Martzy schreibt über Tiergesundheit, natürliche Heilmethoden und bewährte Tiermedikamente für Hunde, Katzen und Pferde. Er recherchiert anhand veterinärmedizinischer Studien und Erfahrungen von Tierhaltern – mit dem Ziel, komplexe Gesundheitsthemen verständlich und alltagsnah aufzubereiten. Praktische Erfahrung im Umgang mit Tieren sammelte er als Volunteer in internationalen Tierschutzprojekten.

 

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