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Solensia

8 Min. Lesezeit

Solensia für Katzen - Wirkung, Kosten und Erfahrungen

Solensia ist seit 2021 die erste Schmerzspritze, die speziell für Katzen mit Arthrose zugelassen wurde – einmal im Monat beim Tierarzt, keine täglichen Tabletten, keine Belastung für die Nieren. Für viele ältere Katzen ist das ein echter Fortschritt.

 

Gleichzeitig kursieren online Berichte über schwere Nebenwirkungen und Todesfälle. Kein Wunder, dass viele Besitzer verunsichert sind – und genau wissen wollen, ob Solensia für ihre Katze wirklich sicher ist.

 

Dieser Artikel erklärt, wie Solensia wirkt, was es kostet, welche Nebenwirkungen tatsächlich dokumentiert sind – und ob es auch für Katzen mit Niereninsuffizienz in Frage kommt.

Katze mit Arthrose bekommt Solensia vom Tierarzt

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

Was ist Solensia – und wie wirkt es?

Der Wirkstoff in Solensia heißt Frunevetmab – ein monoklonaler Antikörper, der gezielt in die Schmerzentstehung eingreift.

Bei Arthrose schütten geschädigte Gelenke vermehrt einen Botenstoff namens NGF aus. Dieser NGF dockt an Schmerzrezeptoren an und meldet dem Nervensystem: Hier tut etwas weh. Frunevetmab fängt ihn ab, bevor er ankommt. Der Gelenkschaden bleibt – aber das Schmerzsignal wird gar nicht erst weitergeleitet.

Katze mit Arthrose liegt auf dem Boden

Der entscheidende Unterschied zu klassischen Schmerzmitteln

Herkömmliche Schmerzmittel wie Meloxicam – sogenannte NSAIDs – wirken entzündungshemmend und werden über Leber und Nieren abgebaut. Für kurze Behandlungen ist das oft kein Problem. Bei Dauertherapie, und Arthrose ist chronisch, steigt das Risiko für Magen-Darm-Probleme und Nierenschäden. Bei älteren Katzen, die ohnehin häufig mit Nierenproblemen kämpfen, wird das zum echten Dilemma.

Frunevetmab wird nicht über Leber oder Nieren abgebaut, sondern wie ein körpereigenes Protein – über zelluläre Abbauwege. Das macht Solensia zur ersten echten Langzeit-Option für Katzen, bei denen klassische Schmerzmittel zu riskant wären. Denn Katzen vertragen viele Wirkstoffe schlecht, die beim Hund problemlos funktionieren. Lange gab es für chronische Arthroseschmerzen schlicht keine sichere Alternative. Solensia hat diese Lücke 2021 geschlossen.

Für welche Katzen ist Solensia geeignet?

Solensia ist zugelassen für Katzen mit Arthroseschmerzen – und wird in der Praxis auch bei verwandten Erkrankungen wie Spondylose (Verknöcherungen an der Wirbelsäule) eingesetzt, wenn chronische Gelenkschmerzen das Hauptproblem sind.

 

Die Zulassung gilt ab einem Alter von 12 Monaten und einem Körpergewicht von mindestens 2,5 kg. In der Praxis sind die meisten Solensia-Patienten aber deutlich älter: Arthrose betrifft vor allem Katzen ab etwa 8–10 Jahren, und Studien zeigen, dass über 60 % aller Katzen über 12 Jahre Anzeichen von Gelenkveränderungen haben.

Woran erkennst du, dass deine Katze Gelenkschmerzen hat?

Das ist genau das Problem: Die meisten Katzen zeigen Schmerzen nicht offensichtlich. Sie humpeln selten, schreien nicht – sie verändern einfach leise ihr Verhalten. Typische Anzeichen, die Besitzer oft nicht als Schmerz deuten:

 

  • Deine Katze springt nicht mehr auf den Kratzbaum, die Fensterbank oder das Bett – oder zögert deutlich länger davor.

  • Sie bewegt sich steifer, besonders nach dem Aufstehen oder bei kaltem Wetter.

  • Sie putzt sich weniger oder nur noch an bestimmten Stellen, weil sie bestimmte Körperregionen nicht mehr erreicht.

  • Sie zieht sich zurück, schläft mehr, spielt weniger, wirkt insgesamt „ruhiger“ – was viele Besitzer als normales Altern abtun.

  • Sie reagiert empfindlich beim Hochheben oder Streicheln über den Rücken.

  • Sie nutzt das Katzenklo anders – setzt sich daneben, weil der Einstieg zu hoch geworden ist.

 

 

Wenn dir ein oder mehrere dieser Punkte bekannt vorkommen, lohnt sich ein Gespräch mit deinem Tierarzt. Arthrose lässt sich per Röntgen gut erkennen – und je früher man handelt, desto besser lässt sich die Lebensqualität erhalten.

Ab welchem Stadium ist Solensia sinnvoll?

Solensia ist kein Mittel, das man erst einsetzt, wenn gar nichts anderes mehr geht. Im Gegenteil: Es kann bereits in frühen Stadien sinnvoll sein, wenn deine Katze erste Einschränkungen zeigt. Entscheidend ist nicht die Schwere der Veränderungen im Röntgenbild, sondern wie stark deine Katze im Alltag eingeschränkt ist. Manche Katzen haben deutliche Arthrosezeichen auf dem Röntgen und bewegen sich trotzdem gut. Andere zeigen kaum sichtbare Veränderungen, haben aber offensichtlich Schmerzen. Dein Tierarzt wird beides zusammen beurteilen.

So läuft die Behandlung ab

Solensia wird einmal im Monat vom Tierarzt unter die Haut gespritzt – subkutan, meist in den Nackenbereich. Die Injektion selbst dauert nur wenige Sekunden und wird von den meisten Katzen gut toleriert, vergleichbar mit einer Impfung.

 

Tabletten, Pasten oder Tropfen entfallen komplett. Für alle, die wissen, wie schwierig es sein kann, einer Katze täglich ein Medikament zu geben, ist das ein echter Vorteil. Du fährst einmal im Monat zum Tierarzt – fertig.

Katze bekommt Solensia gespritzt

Wann tritt die Wirkung ein?

Manche Katzen zeigen schon nach der ersten Spritze innerhalb von ein bis zwei Wochen eine deutliche Verbesserung: Sie bewegen sich wieder geschmeidiger, springen wieder auf Möbel oder wirken insgesamt aktiver. Bei anderen dauert es länger. Es ist nicht ungewöhnlich, dass die Wirkung erst nach der zweiten oder dritten Injektion richtig spürbar wird. Die meisten Tierärzte empfehlen deshalb, Solensia mindestens drei Monate zu testen, bevor man beurteilt, ob es der Katze hilft.

Wichtig dabei: Die Veränderungen sind oft subtil. Katzen fangen nicht plötzlich an zu rennen und zu toben. Achte auf kleine Dinge – springt sie wieder auf die Couch? Putzt sie sich gründlicher? Kommt sie häufiger zu dir? Oft bemerken Besitzer die Verbesserung erst richtig, wenn sie eine Spritze auslassen und die alten Einschränkungen zurückkehren.

Wie lange bekommt meine Katze Solensia?

Arthrose ist nicht heilbar – sie lässt sich nur managen. Solensia ist deshalb als Langzeitbehandlung gedacht. Solange deine Katze davon profitiert und es gut verträgt, wird die Spritze monatlich fortgesetzt. Eine zeitliche Obergrenze gibt es nicht.

 

Das heißt aber nicht, dass du dich blind auf Dauertherapie einlassen musst. Sinnvoll ist, die Wirkung regelmäßig mit deinem Tierarzt zu besprechen. Verändert sich der Zustand deiner Katze, kann man die Behandlung jederzeit pausieren oder beenden. Solensia muss nicht ausgeschlichen werden – nach der letzten Spritze lässt die Wirkung einfach über die nächsten Wochen nach.

Nebenwirkungen: Was du wissen solltest

Solensia gilt insgesamt als gut verträglich – deutlich besser als klassische Schmerzmittel wie NSAIDs. Aber kein Medikament ist nebenwirkungsfrei, und du solltest wissen, womit du rechnen kannst.

Die häufigsten Nebenwirkungen

Am häufigsten treten leichte Reaktionen an der Einstichstelle auf: eine kleine Schwellung, Rötung oder kurzzeitige Empfindlichkeit im Nackenbereich. Das klingt nach mehr, als es ist – die meisten Katzen zeigen davon nichts, und wenn doch, verschwindet es innerhalb von ein bis zwei Tagen.

 

Gelegentlich berichten Besitzer von Erbrechen, Juckreiz, Durchfall oder vorübergehender Appetitlosigkeit nach der Injektion. Diese Symptome treten wenn, dann meist in den ersten Tagen auf und klingen von selbst wieder ab. Sollte deine Katze nach jeder Spritze deutlich reagieren, besprich das mit deinem Tierarzt – dann lässt sich gemeinsam abwägen, ob der Nutzen die Beschwerden aufwiegt.

 

Selten kann es zu allergischen Reaktionen kommen, wie bei jedem Medikament, das per Injektion verabreicht wird. Dein Tierarzt wird deine Katze deshalb nach der Spritze kurz beobachten, besonders bei den ersten Behandlungen.

„Solensia Katze tot" – was steckt hinter den Suchanfragen?

Wer online nach Solensia recherchiert, stößt schnell auf beunruhigende Berichte. Begriffe wie „Solensia Katze tot“ werden häufig gesucht, und in Foren finden sich vereinzelt Schilderungen von Katzen, die nach der Behandlung gestorben sind. Das macht Angst – verständlicherweise.

Hier ist wichtig zu verstehen, wie Pharmakovigilanz funktioniert: Wenn eine Katze nach einer Solensia-Injektion stirbt oder schwer erkrankt, wird das gemeldet und erfasst – unabhängig davon, ob das Medikament tatsächlich die Ursache war. Das ist richtig und wichtig, denn nur so lassen sich Muster erkennen. Aber eine zeitliche Abfolge ist kein Beweis für einen ursächlichen Zusammenhang.

Solensia wird überwiegend bei älteren Katzen eingesetzt – also bei Tieren, die häufig bereits Vorerkrankungen haben. Nierenprobleme, Herzerkrankungen, Tumore – all das kommt in dieser Altersgruppe vor, auch ohne Solensia. Wenn eine 16-jährige Katze mit bekannter Niereninsuffizienz zwei Wochen nach der Spritze stirbt, ist es menschlich nachvollziehbar, das Medikament verantwortlich zu machen. Aber es ist eben nicht automatisch die Ursache.

Das heißt nicht, dass Solensia garantiert sicher ist. Kein Medikament ist das. Es heißt, dass die bisher vorliegenden Daten aus Zulassungsstudien und Langzeitbeobachtungen kein erhöhtes Sterberisiko zeigen. Wenn du Bedenken hast, sprich sie offen bei deinem Tierarzt an. Ein guter Tierarzt nimmt diese Sorgen ernst und erklärt dir, warum er Solensia für deine Katze für vertretbar hält – oder eben nicht.

Solensia Katze Erfahrungen: Was Tierhalter berichten

Die Reaktionen auf Solensia könnten kaum unterschiedlicher sein. Manche Katzen profitieren seit Jahren, andere haben sich nach der Behandlung rapide verschlechtert. Im Folgenden vier Erfahrungen aus der Praxis – ungefiltert, aber eingeordnet.

Katze tot nach Solensia

„Meine 20-jährige Katze hat eine Solensia-Spritze gegen Arthrose bekommen. Danach hat sie sich innerhalb weniger Tage so stark verschlechtert, dass ich sie einschläfern lassen musste. Ich bin überzeugt, dass die Spritze das ausgelöst hat.“

 

(Quelle: reddit.com/r/seniorkitties/comments/1elcy2p/my_20_year_old_cat_just_died_from_solensia_i_am)

Katze läuft wieder flüssig

„Duke bekommt Solensia seit anderthalb Jahren, weil seine Nieren Metacam nicht mehr vertragen. Er ist fast 18 und es geht ihm deutlich besser. Vorher lief er steif und stakelig – jetzt streckt er sich wieder, liegt langgestreckt und rennt manchmal sogar durch die Wohnung. Bei uns reichen inzwischen sechs Wochen zwischen den Spritzen.“

 

(Quelle: katzen-forum.net/threads/wer-hat-erfahrung-mit-solensia.281254/)

Verschlechterung und Tod nach Solensia

„Meine Katze hat Solensia etwa sechs Monate bekommen. In dieser Zeit fing sie an, Nierenprobleme zu entwickeln – die sie vorher nie hatte. Dazu kamen ein Herzgeräusch und neurologische Auffälligkeiten. Der Tierarzt schrieb alles auf zugrunde liegende Erkrankungen. Aber sie war ohne sichtbare Beschwerden, bevor wir mit Solensia begannen. Sie ist mit 17 Jahren gestorben. Mein neuer Tierarzt sagte, er habe schon mehrere ältere Katzen nach Beginn von Solensia gesehen, die sich deutlich verschlechtert haben. Ich wünschte, ich wäre besser über die Risiken aufgeklärt worden.“

 

(Quelle: reddit.com/r/CatAdvice/comments/1edx9xg/solensia_almost_killed_my_cat)

Kater springt wieder

„Mein Kater Obelix bekommt seit über drei Jahren Solensia. Er ist 13, hat zusätzlich Diabetes und eine chronische Darmerkrankung – und verträgt die Spritze ohne erkennbare Nebenwirkungen. Er ist deutlich beweglicher und springt wieder. Mir ist wichtig, dass er keine Schmerzen hat. Das erreiche ich mit Solensia.“

 

(Quelle: katzen-forum.net/threads/wer-hat-erfahrung-mit-solensia.281254/)

In folgendem Video kannst du den Fortschritt eine Woche nach Solensia Behandlung beobachten:

Solensia Dosierung

Die Dosierung von Solensia richtet sich nach dem Körpergewicht deiner Katze. Der Zielwert liegt bei mindestens 1 mg pro Kilogramm, die maximale Dosis bei 3,6 mg pro Kilogramm. Dein Tierarzt berechnet die passende Menge und wählt die entsprechende Fertigspritze aus.

Solensia gibt es in drei Stärken: 7 mg, 14 mg und 28 mg – jeweils als gebrauchsfertige Injektionslösung. Welche Spritze zum Einsatz kommt, hängt vom Gewicht ab. Bei einer Katze mit 4 kg wäre das zum Beispiel die 7-mg-Spritze, bei einer 8-kg-Katze die 28-mg-Variante. Da Katzen gewichtsmäßig weniger variieren als Hunde, decken die drei Stärken den Großteil der Patienten ab.

Selbst spritzen ist weder vorgesehen noch erlaubt. Solensia ist verschreibungspflichtig und darf nur vom Tierarzt verabreicht werden. Das hat auch praktische Gründe: Der Tierarzt kann bei jedem Termin den Allgemeinzustand deiner Katze beurteilen, das Gewicht kontrollieren und die Dosierung bei Bedarf anpassen.

Solensia und Niereninsuffizienz

Das ist eine der häufigsten Fragen – und eine berechtigte. Denn Arthrose und chronische Nierenerkrankung (CNE) treten bei älteren Katzen oft gemeinsam auf. Schätzungen zufolge hat jede dritte Katze über 15 Jahre eine eingeschränkte Nierenfunktion. Und genau diese Katzen sind es, die am dringendsten eine verträgliche Schmerztherapie brauchen.

 

Klassische Schmerzmittel wie Meloxicam belasten die Nieren zusätzlich – bei einer Katze mit CNE kann das die Erkrankung verschlechtern. Viele Tierärzte verzichten deshalb bei nierenkranken Katzen ganz auf NSAIDs, obwohl die Katze offensichtlich Schmerzen hat. Das Ergebnis: Die Katze leidet, weil es keine sichere Alternative gibt.

 

Hier hat Solensia einen entscheidenden Vorteil. Als monoklonaler Antikörper wird Frunevetmab nicht über Leber oder Nieren verstoffwechselt. Der Körper baut den Wirkstoff so ab, wie er jedes andere Protein abbauen würde – über zelluläre Abbauwege, die mit der Nierenfunktion nichts zu tun haben. Die Zulassungsstudien schlossen Katzen mit leichter bis moderater Niereninsuffizienz ein, und die Daten zeigten keine Verschlechterung der Nierenwerte.

 

Trotzdem ist Solensia bei einer nierenkranken Katze keine automatische Entscheidung. Dein Tierarzt wird das Gesamtbild beurteilen: Wie weit ist die Nierenerkrankung fortgeschritten? Gibt es weitere Vorerkrankungen? Ist die Katze stabil genug? Bei einer Katze im IRIS-Stadium II mit stabilen Werten wird die Entscheidung anders ausfallen als bei einer Katze im fortgeschrittenen Stadium IV.

 

Was Solensia für viele nierenkranke Katzen bedeutet: zum ersten Mal eine Schmerzbehandlung, die nicht zwischen Schmerzlinderung und Nierenschutz abwägen muss. Für viele Besitzer – und Tierärzte – ist das eine echte Erleichterung.

Kosten: Was Solensia beim Tierarzt kostet

Solensia ist kein günstiges Medikament – das solltest du wissen, bevor du dich für die Behandlung entscheidest. Die Kosten setzen sich aus dem Medikament selbst und der tierärztlichen Leistung zusammen.

Pro Injektion liegt der Preis in den meisten Praxen zwischen 80 und 150 Euro. Die Spanne ergibt sich aus mehreren Faktoren: der benötigten Dosisstärke (7 mg, 14 mg oder 28 mg), dem Preisniveau der Praxis und ob zusätzliche Leistungen wie eine kurze Untersuchung abgerechnet werden. Manche Praxen berechnen nur das Medikament plus Injektionsgebühr, andere kombinieren den Termin mit einem Check-up.

Auf ein Jahr hochgerechnet bedeutet das: 960 bis 1.800 Euro für zwölf monatliche Spritzen. Das ist eine relevante Summe, besonders wenn die Behandlung über Jahre läuft. Es lohnt sich, vorab mit deinem Tierarzt über die konkreten Kosten in seiner Praxis zu sprechen – und auch zu fragen, ob bei regelmäßigen Terminen ein Paketpreis möglich ist.

 

Falls die Kosten ein Problem sind: Sprich das offen an. Ein guter Tierarzt wird gemeinsam mit dir schauen, welche Schmerztherapie im Rahmen deiner Möglichkeiten liegt – Solensia ist eine sehr gute Option, aber nicht die einzige.

Solensia Kostenrechner

Wie viel kostet die monatliche Spritze für deine Katze?

4,0 kg
Dosisstärke: 7 mg
Pro Monat
80
Pro Jahr
960
Dosisstärke 7 mg – für Katzen bis ca. 4 kg. Die genaue Dosierung berechnet dein Tierarzt anhand des aktuellen Gewichts.
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Solensia kaufen: Geht das online oder selbst?

Kurz gesagt: beides nicht. Solensia ist verschreibungspflichtig und darf ausschließlich vom Tierarzt bezogen und verabreicht werden.

Online-Shops, die Solensia ohne Rezept anbieten, sind unseriös – finger weg. Das gilt auch für Angebote aus dem Ausland. Das Medikament ist nicht für die Heimanwendung zugelassen, und eine falsch gelagerte oder falsch dosierte Spritze kann deiner Katze mehr schaden als nützen.

 

Selbst spritzen ist aus denselben Gründen keine Option. Die monatliche Injektion beim Tierarzt ist kein bürokratisches Hindernis, sondern hat einen echten Grund: Bei jedem Termin kann dein Tierarzt den Allgemeinzustand deiner Katze beurteilen, das Gewicht kontrollieren und die Dosierung bei Bedarf anpassen. Gerade bei einer Dauertherapie ist dieses regelmäßige Monitoring wichtig.

Wann wirkt Solensia – und was tun, wenn es nicht wirkt?

Solensia ist ein wirksames Medikament – aber kein Wundermittel. Nicht jede Katze spricht gleich gut an, und die Erwartungen sollten realistisch sein.

Wirkungseintritt und Wirkungsdauer

Die Wirkung setzt nicht sofort ein. Frunevetmab braucht Zeit, um den Schmerzbotenstoff NGF im Körper abzufangen. Bei vielen Katzen zeigt sich eine Verbesserung innerhalb der ersten ein bis zwei Wochen nach der Injektion. Manche Besitzer merken es erst nach der zweiten oder dritten Spritze – das ist normal und kein Zeichen, dass das Medikament nicht funktioniert.

 

Eine Spritze wirkt etwa vier Wochen. Gegen Ende des Intervalls kann es sein, dass du merkst, wie deine Katze wieder steifer wird oder weniger aktiv ist. Das ist der natürliche Rückgang der Wirkung und zeigt gleichzeitig, dass Solensia vorher geholfen hat.

Wenn die Wirkung nachlässt

Bei manchen Katzen lässt die Wirkung nach einigen Monaten spürbar nach. Das kann verschiedene Gründe haben: Die Arthrose schreitet voran, zusätzliche Schmerzquellen kommen hinzu, oder der Körper reagiert weniger stark auf den Wirkstoff. In seltenen Fällen bildet der Körper Antikörper gegen Frunevetmab, die dessen Wirkung abschwächen.

 

Wenn du den Eindruck hast, dass Solensia nicht mehr so gut hilft wie am Anfang, ist das kein Grund, die Behandlung einfach weiterlaufen zu lassen und abzuwarten. Sprich deinen Tierarzt darauf an. Mögliche nächste Schritte können sein: eine Anpassung der Dosierung, die Kombination mit einem ergänzenden Schmerzmedikament wie Gabapentin oder eine gründliche Neubeurteilung der Schmerzsituation.

Wenn Solensia gar nicht wirkt

Etwa 20–30 % der Katzen sprechen auf Solensia nicht oder nur unzureichend an. Das ist kein Versagen – es bedeutet, dass der Schmerz deiner Katze möglicherweise nicht ausschließlich NGF-vermittelt ist, sondern andere Mechanismen eine Rolle spielen. In diesem Fall wird dein Tierarzt auf Alternativen umstellen. Solensia muss dafür nicht ausgeschlichen werden – du kannst beim nächsten Termin einfach auf ein anderes Konzept wechseln.

Alternativen zu Solensia

Solensia ist für viele Katzen die beste verfügbare Option – aber nicht die einzige. Je nach Gesundheitszustand, Verträglichkeit und Alltag gibt es verschiedene Ansätze, die einzeln oder kombiniert sinnvoll sein können.

 

Meloxicam (z. B. Metacam) ist das bekannteste klassische Schmerzmittel für Katzen. Es wirkt entzündungshemmend, ist deutlich günstiger als Solensia und für kurze Behandlungsphasen gut geeignet. Bei Dauergabe steigt das Risiko für Nieren- und Magenprobleme – bei älteren Katzen mit ohnehin eingeschränkter Nierenfunktion ist es deshalb oft keine Option.

 

Gabapentin wird zunehmend bei chronischen Schmerzen eingesetzt, besonders wenn eine nervliche Komponente beteiligt ist. Es lässt sich gut mit Solensia kombinieren und hilft manchen Katzen zusätzlich bei Stress – etwa beim Tierarztbesuch. Nachteil: tägliche Gabe als Tablette oder Kapsel, und anfangs kann es müde machen.

 

CBD-Öl wird von vielen Katzenbesitzern als ergänzende Maßnahme eingesetzt. Es gibt erste Hinweise darauf, dass Cannabidiol entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken kann – belastbare Studien speziell für Katzen mit Arthrose fehlen aber noch. Als alleinige Therapie bei deutlichen Schmerzen reicht es nicht aus. Als Ergänzung zu Solensia oder Gabapentin berichten manche Halter von einer spürbaren Verbesserung. Was du bei der Auswahl und Dosierung beachten solltest, erfährst du im Artikel CBD Öl für Katzen mit Arthrose.

 

Physiotherapie klingt bei Katzen ungewöhnlich, kann aber erstaunlich viel bewirken. Gezielte Übungen, Unterwasserlaufband oder manuelle Therapie halten die Gelenke beweglich und stärken die Muskulatur. Nicht jede Katze macht mit – aber die, die es akzeptieren, profitieren oft deutlich.

 

Gewichtsmanagement ist keine Alternative im engeren Sinn, sondern die Basis jeder Arthrosetherapie. Jedes Kilo zu viel belastet die Gelenke zusätzlich. Eine Gewichtsreduktion allein kann die Schmerzsymptome bei übergewichtigen Katzen spürbar verbessern – ohne ein einziges Medikament.

 

Nahrungsergänzungsmittel wie Omega-3-Fettsäuren oder Grünlippmuschel-Extrakt werden häufig empfohlen. Die Studienlage ist dünn, als Ergänzung schaden sie in der Regel aber nicht. Als alleinige Maßnahme bei echten Schmerzen reichen sie nicht aus.

 

Welche Kombination für deine Katze passt, hängt von Alter, Schmerzstärke, Vorerkrankungen und dem ab, was sich im Alltag realistisch umsetzen lässt. Dein Tierarzt kann dir helfen, daraus einen sinnvollen Plan zu machen.

Solensia (frunevetmab) – European Public Assessment Report (EPAR)
European Medicines Agency (EMA)
Offizielle Zulassungsbewertung der EMA mit Daten zu Wirksamkeit, Sicherheit, Nebenwirkungen und Anwendungsgebiet bei Katzen mit Arthrose.
Solensia – Fachinformation (EU-Kommission)
Europäische Kommission
Detaillierte medizinische Produktinformation mit Dosierung, Wirkmechanismus (NGF-Blockade), Gegenanzeigen und pharmakologischen Eigenschaften.
Efficacy and safety of frunevetmab in cats with osteoarthritis
Gruen et al.
Randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie mit über 250 Katzen – zeigt signifikante Verbesserung der Schmerzsymptome unter Frunevetmab.
Pilot study of anti-NGF monoclonal antibody therapy in cats
Gruen et al.
Frühe klinische Studie zur Wirksamkeit und Verträglichkeit von Frunevetmab mit positiven Effekten auf Beweglichkeit und Lebensqualität.
Adverse Event Reports for Solensia
U.S. Food and Drug Administration
Sammlung gemeldeter Nebenwirkungen nach Markteinführung – wichtig für Einordnung von Online-Erfahrungsberichten (ohne Kausalitätsnachweis).
Post-marketing safety analysis of frunevetmab (2026)
Journal of Veterinary Internal Medicine
Aktuelle Auswertung von Nebenwirkungsmeldungen aus der Praxis – liefert realistische Daten zur Sicherheit im Alltag.

FAQ - Häufige Fragen zu Solensia für Katzen

Viele Katzen zeigen erste Verbesserungen innerhalb von ein bis zwei Wochen nach der ersten Spritze. Manche brauchen länger – es ist nicht ungewöhnlich, dass die Wirkung erst nach der zweiten oder dritten Injektion richtig spürbar wird. Achte auf kleine Veränderungen: Springt sie wieder auf die Couch? Putzt sie sich gründlicher? Bewegt sie sich nach dem Aufstehen geschmeidiger? Diese Zeichen sind oft subtiler als erwartet.
Eine Injektion wirkt in der Regel etwa vier Wochen. Bei manchen Katzen hält die Wirkung etwas länger an – in Absprache mit dem Tierarzt sind Abstände von bis zu sechs Wochen möglich, wie einzelne Erfahrungsberichte zeigen. Merkst du, dass deine Katze gegen Ende des Intervalls wieder steifer wird, ist das kein Problem – sondern ein gutes Zeichen, dass Solensia vorher gewirkt hat.
Nein. Solensia ist ausschließlich als Injektionslösung erhältlich – in drei Dosisstärken (7 mg, 14 mg, 28 mg). Eine Tabletten- oder Pastenform gibt es nicht. Das ist für viele Katzenbesitzer aber eher ein Vorteil: Statt täglicher Medikamentengabe reicht einmal im Monat ein kurzer Termin beim Tierarzt.
Am häufigsten treten leichte Reaktionen an der Einstichstelle auf – kleine Schwellung oder kurzzeitige Empfindlichkeit, die nach ein bis zwei Tagen verschwindet. Gelegentlich berichten Besitzer von Erbrechen, Durchfall oder vorübergehender Appetitlosigkeit in den Tagen nach der Spritze. Auch Juckreiz wird vereinzelt erwähnt. Schwere Nebenwirkungen sind selten. Wenn deine Katze nach jeder Injektion deutlich reagiert, solltest du das mit deinem Tierarzt besprechen.
Nach aktuellem Kenntnisstand nein. Frunevetmab wird nicht über die Nieren abgebaut, sondern wie ein körpereigenes Protein über zelluläre Abbauwege. Die Zulassungsstudien schlossen Katzen mit leichter bis moderater Niereninsuffizienz ein – ohne Verschlechterung der Nierenwerte. Trotzdem sollte der Einsatz bei nierenkranken Katzen immer individuell mit dem Tierarzt abgewogen werden, besonders bei fortgeschrittener Erkrankung.
Etwa 20–30 % der Katzen sprechen nicht ausreichend auf Solensia an. Lässt die Wirkung nach mehreren Monaten nach, können eine Dosisanpassung oder eine Kombination mit Gabapentin sinnvoll sein. Hilft Solensia gar nicht, wird dein Tierarzt auf ein anderes Schmerzkonzept umstellen. Das Medikament muss dafür nicht ausgeschlichen werden – du kannst beim nächsten Termin einfach wechseln.
Die Zulassung gilt ab einem Alter von 12 Monaten und einem Mindestgewicht von 2,5 kg. In der Praxis wird Solensia aber fast ausschließlich bei älteren Katzen eingesetzt, weil Arthrose vor allem ab dem achten bis zehnten Lebensjahr auftritt. Bei jüngeren Katzen mit Gelenkproblemen – etwa nach Verletzungen – ist Solensia eine mögliche Option, aber keine Standardtherapie.
Fazit - lohnt sich Solensia für deine Katze?

Für viele ältere Katzen ist Solensia die beste Schmerztherapie, die aktuell verfügbar ist. Keine täglichen Tabletten, keine Belastung für die Nieren, eine monatliche Spritze – und bei vielen Katzen eine spürbar bessere Lebensqualität.

 

Gleichzeitig ist es kein Medikament, das für jede Katze passt oder bei dem man blind auf Autopilot schalten sollte. Etwa 20–30 % der Katzen sprechen nicht ausreichend an. Hochbetagte Katzen mit mehreren Vorerkrankungen brauchen eine besonders sorgfältige Abwägung. Und die Kosten sind real – rund 80 bis 150 Euro pro Monat sind keine Kleinigkeit.

Der beste Indikator ist letztlich deine Katze selbst: Springt sie wieder auf ihr Lieblingsplätzchen? Putzt sie sich gründlicher? Bewegt sie sich geschmeidiger? Wenn sich nach zwei bis drei Spritzen nichts verändert, ist das ein klares Signal für dein Gespräch mit dem Tierarzt.

 

Arthrosetherapie ist kein einmaliges Rezept, sondern ein fortlaufender Prozess. Solensia kann dabei ein entscheidender Baustein sein – für manche Katzen ist es schlicht ein Gamechanger.

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Über den Autor
Dominik Martzy, BA
Tiergesundheit · Ernährung · Naturheilmittel

Dominik Martzy schreibt über Tiergesundheit, natürliche Heilmethoden und bewährte Tiermedikamente für Hunde, Katzen und Pferde. Er recherchiert anhand veterinärmedizinischer Studien und Erfahrungen von Tierhaltern – mit dem Ziel, komplexe Gesundheitsthemen verständlich und alltagsnah aufzubereiten. Praktische Erfahrung im Umgang mit Tieren sammelte er als Volunteer in internationalen Tierschutzprojekten.

 

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